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19. März 2010 18:15 Uhr

Jobmotor

Freiburger SAG Solarstrom

Der Wirtschaftskrise zum Trotz haben südbadische Unternehmen auch 2009 zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Wer schnitt dabei am besten ab? Die Freiburger SAG Solarstrom im Porträt.

  1. Die Freiburger SAG Solarstrom. Foto: Thomas Kunz

"Wir werden weiter wachsen und am Firmensitz Freiburg neue Arbeitsplätze schaffen." Karl Kuhlmann, der Vorstandschef der Solarstrom AG (SAG), glaubt nicht, dass die geplanten Kürzungen bei der Einspeisevergütung für Strom aus Solarstromanlagen die Entwicklung der jungen Branche stoppen werden: "Die Solarbranche ist schon oft totgesagt worden. Es wird eine Delle geben, dann wächst der Markt weiter."

Auch Branchenbeobachter wie die Basler Bank Sarasin erwarten ein ungebremstes Wachstum der Solarbranche. Denn die Kosten der Stromerzeugung aus Solarzellen sinken mit wachsender Produktion. Die Strompreise hingegen steigen mit ziemlicher Sicherheit weiter. Kuhlmann rechnet damit, dass in Deutschland Solarstrom im Jahr 2015 ohne Förderung wettbewerbsfähig sein wird mit konventionell erzeugtem Strom. Das werde der Branche – und der SAG – einen weiteren Wachstumsschub versetzen.

Mitarbeiter gesucht

Vorher muss der SAG-Chef allerdings zwei Hürden überwinden: Er muss Arbeitskräfte finden und Banken überzeugen. "Wir suchen händeringend gute Mitarbeiter", sagt Kuhlmann. 2009 wurden 39 Mitarbeiter neu eingestellt, zur Zeit sind schon wieder sechs Stellen zu besetzen. Bis Jahresende werde die Belegschaft wohl 180 Köpfe zählen, schätzt Kuhlmann. "Ingenieure, Elektrotechniker, wer reisen und anpacken will, kann bei uns loslegen", sagt Kuhlmann, der die SAG trotz ihrer Gründung im Jahr 1996 als Start-up bezeichnet, als neu gegründetes Unternehmen.

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Tatsächlich hat der Vorstandschef, der 2007 als Vertreter einer Investorengruppe frisches Kapital ins Unternehmen brachte, die SAG vor dem Ruin gerettet. "Damals ist man Geschäfte eingegangen, die mit Verlust verbunden waren", blickt Kuhlmann zurück. Mit einer neuen Mannschaft schaffte er die Wende und brachte die SAG auf Wachstumskurs. Seit 2008 schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen und der Umsatz wächst rasant. Für 2010 sind 200 Millionen Euro angepeilt.

Von Bank zu Bank

"Wenn die Banken mitspielen würden, könnten es sogar 300 Millionen Euro sein", sagt der SAG-Chef. Seit dem Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers im September 2008 sei es extrem schwierig geworden, Kredit zu bekommen. Die SAG betreibt Projektgeschäft. Sie plant – beispielsweise im tschechischen Stribro – ein Solarkraftwerk mit zehn Megawatt Kapazität. Sie bestellt – auf eigene Rechnung – Solarmodule, lässt sie montieren, sorgt für den Anschluss ans Stromnetz und verkauft das Kraftwerk am Ende an Investoren. Bis der Kaufpreis in die Kasse kommt, sind zweistellige Millionenbeträge vorzufinanzieren.

"Das war vor der Krise kein Problem, aber heute laufen wir von Bank zu Bank", sagt Kuhlmann. "Am liebsten würden die Banken erst einsteigen, wenn das Kraftwerk ein halbes Jahr am Netz ist und bewiesen hat, dass es einwandfrei läuft", schildert er die Situation. "Die Finanzierung begrenzt unser Wachstum", lautet sein Fazit.

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Autor: Jörg Buteweg