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13. Mai 2009 17:18 Uhr

Umsatzbringer Tannenzäpfle

Rekordjahr für Rothaus Brauerei

Die ganze Bierbranche jammert. Die ganze? Nein: Die Badische Staatsbrauerei Rothaus AG blickt wieder auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Im Jahr 2008 hat Rothaus so viel Bier verkauft wie noch nie.

  1. Läuft wie frisch gezapt: Das Bier der Staatsbrauerei Rothaus. Foto: BZ

Mit einem Absatz von 941 000 Hektoliter erreichte Rothaus das bisher beste Ergebnis.Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung von 4,2 Prozent. Die Umsatzerlöse stiegen von 84,5 Millionen Euro auf 89,2 Millionen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 5,6 Prozent.Die Finanzkrise, so Rothaus-Chef Thomas
Schäuble auf Anfrage, habe sich für die Brauerei nicht bemerkbar gemacht. Man habe ein gleichmäßig starkes Jahr gehabt, dass zum Ende hin sogar besonders gut verlaufen sei. Im Branchenvergleich konnte sich Rothaus damit sehr gut behaupten und die Marktposition weiter ausbauen. Bundesweit ging der Bierabsatz um gut ein Prozent zurück.
Rothaus erzielte seine Umsätze ausschließlich im hochpreisigen Marktsegment. Es wurde darauf verzichtet, den Ausstoß durch Sonderaktionen oder Preisnachlässe zu erkaufen.

Alkoholfreies Bier soll Produktpalette erweitern

Rothaus-Chef Schäuble legt Wert auf die Feststellung, dass es nicht Unternehmensstrategie sei, sich ausschließlich an Ausstoß und Umsatz zu orientieren. Man wolle ganz bewusst eine "der Heimat verbundene Schwarzwaldbrauerei" bleiben, die eine überregionale Ausstrahlung habe.

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Die Produktpalette – Pils, Märzen-Export, Hefeweizen und Radler – soll in diesem Jahr durch ein alkoholfreies Bier ergänzt werden.Wichtigster Umsatzträger ist mit 82,9 Prozent Anteil am Gesamtabsatz das Pilsbier, das besonders als "Tannenzäpfle" gefragt ist.
Als "traditionell erfreulich" bezeichnet Schäuble die Umsatzrendite, die trotz eines stark gestiegenen Materialaufwandes bei gut 29 Prozent liegt. Belastet wurde die Bilanz vor allem durch einen ungewöhnlich starken Anstieg der Malzkosten, sagte Schäuble, die inzwischen jedoch wieder deutlich gesunken seien.

Investiert wurden im Geschäftsjahr 2008 insgesamt vier Millionen Euro. Sämtliche Investitionen wurden aus eigenen Barmitteln finanziert. Dieser Cashflow beläuft sich auf 29,5 Millionen Euro. Investiert wurde vor allem in eine Holzpellet- und Holzhack-schnitzelanlage. Obwohl die Anlage erst im Mai 2008 in Betrieb ging, seien im abgelaufenen Jahr bereits etwa 40 Prozent des Heizölbedarfs durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzt worden, sagte Schäuble. Dieser Wert wird sich voraussichtlich auf über 70 Prozent erhöhen.

80.000 Besucher in der Gaststätte

Auch das Besucherzentrum mit dem Brauereigasthof Rothaus GmbH wurde 2008 insbesondere durch den "Zäpfleweg" weiter entwickelt. Diese "Brauereierlebniswelt" soll in den kommenden Jahren sukzessive ausgebaut werden. Schon im ersten vollen Geschäftsjahr 2008 kamen über 80 000 Besucher in den Brauereigasthof.
Durchschnittlich werden 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, einschließlich 14 Auszubildender. In der strukturschwachen Lage des Hochschwarzwaldes habe die Brauerei eine wichtige Rolle als Arbeitgeber, sagte Schäuble. Auch indirekt, weil viele mittelständische Lieferanten aus der näheren Umgebung kommen.
An das Land als Alleinaktionär der Rothaus AG ist erneut eine Dividende von 17 Millionen Euro bezahlt worden. Außerdem hat das Unternehmen 16,7 Millionen Euro Steuern bezahlt. Das neue Geschäftsjahr sei gut angelaufen, sagte Schäuble gestern. Trotz der Unwägbarkeiten durch die Finanz- und Wirtschaftskrise erwarte der Vorstand auch für das laufende Geschäftsjahr einen erfolgreichen Abschluss.

Autor: Klaus Rütschlin