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17. Januar 2009

Wissen ist Trumpf

Wissensmanagement als Möglichkeit, die wichtigen Erfahrungen der Mitarbeiter allen zugänglich zu machen

  1. Die Mitarbeiter der Auma in Müllheim haben gut lachen. Durch das hier eingeführte Wissensmanagement können sie bei Problemen aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen. Foto: PR

"Wir halten Sie auf dem Laufenden", so beschreibt Ulrich Wunsch seine Arbeit. Der diplomierte Physiker hat bei der Auma Riester GmbH & Co. KG in Müllheim eine firmeninterne Wissensdatenbank aufgebaut. Der Gedanke: Wissen stellt in jedem Unternehmen eine wertvolle Ressource und einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Die Konsequenz: "Unsere Zeit ist von einer zunehmenden Informationsflut geprägt." Deshalb werde es immer wichtiger, Wissen zu erwerben, zu selektieren, zu strukturieren, zu vernetzen und ein Umfeld zu schaffen, in dem Wissen fließen und allen Personengruppen in der jeweils sinnvollen Breite zugänglich gemacht werden könne.

Soweit die Theorie, die Zustimmung nicht nur bei Unternehmenslenkern findet. Doch ist die Umsetzung eine andere Sache. "Hier wird es schwieriger. Häufig bleiben Projekte, Wissensmanagement zu installieren, im Ansatz stecken", wie Wunsch aus der Erfahrung bei verschiedenen Unternehmen weiß.

Der Wissensmanager hat die Lösung – zumindest für sein Unternehmen – gefunden. "Physiker sind getrimmt, breites Wissen in eine Formel zu pressen", scherzt er. Denn spätestens an dieser Stelle wird er meistens gefragt, wie ein Physiker zum Wissensmanager wird. Mit Begeisterung präsentiert er sein Wissensportal am Beispiel des Microsoft-Office-Sharepoint-Servers, einer Software, mit der Webseiten mit ihren Bibliotheken und Listen leicht zu verwalten und darzustellen sind. Flugs erklärt er auch den Wissenskreislauf und führt den geneigten Zuhörer in die Welt des Wissensmanagements ein.

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"Wissensmanagement beginnt auf der persönlichen Ebene", sagt Wunsch. Wer fähig sei, sein eigenes Wissen besser zu managen, habe im beruflichen wie im privaten Umfeld mehr Erfolg. Denn der Begriff Wissensmanagement meint kein Softwarepaket. Wissensmanagement beginnt noch nicht einmal mit der Technologie. Es beginnt mit Unternehmenszielen und Arbeitsabläufen und der Erkenntnis über die Notwendigkeit, Informationen auszutauschen. Doch wie sieht das in der Praxis aus?

Wunsch hat ein Werkzeug und 700 Websites erstellt, die alle identisch aussehen, aber inhaltlich unterschiedlich strukturiert sind. Und um Wissensmanagementneulinge nicht ganz zu verwirren, erläutert er nicht die technische Plattform, sondern die menschliche. Nennen wir sie der Einfachheit halber Auma-Net-Home. Das sind sozusagen die Gelben Seiten des Unternehmens. Der neue Mitarbeiter im Betrieb will wissen, wie die Assistenz der Geschäftsleitung aufgestellt ist? Kein Problem. Ein Klick ins Auma-Net-Home zeigt die Personalien in Wort und Bild samt Aufgabenbereichen und allem, was Mitarbeiter des Hauses wissen müssen.

Über die Liste der Aufgabenbereiche kommt der Nutzer dann zu immer mehr Detailinformationen. Gehört beispielsweise zu diesem Aufgabengebiet das Thema Dienstreisen, ist von der Antragstellung bis zum Reisekostenabrechnungsformular alles von jedem Schreibtisch, egal von wo auf der Welt, abrufbar.

Wissen ist ein bedeutender Mehrwert
Es geht dann aber auch um zusammengefasste Lösungsbeschreibungen. Die Listen mit den besten Praxisbeispielen sind vergleichbar mit einem großen elektronischen Handbuch – ständig aktualisiert und auf dem neuesten Stand des Wissens, eingepflegt von allen Aumamitarbeitern. Damit keine Konfusion entsteht, hat Wunsch Administratoren eingesetzt, die die Informationen filtern und Wunsch als Wissensmanager zur Verfügung stellen. Beide entscheiden dann, ob die Inhalte eingestellt werden oder nicht. Unternehmen profitieren vom Einsatz des Wissensmanagements. Dazu Wunsch: "Effektiver, schneller, zielstrebiger und erfolgreicher kann so der Wissenkreislauf im Unternehmen betrieben werden. Und damit stimmt der Mehrwert."

Autor: Bettina Schaller