Rossini, Glenn Miller, Nena und Psy

Dieter Fink

Von Dieter Fink

Di, 21. Januar 2014

Neuried

90 Jahre MV Trachtenkapelle Altenheim: Jahreskonzert mit einer Zeitreise von alten Musikepochen bis heute zum Gangnam Style.

NEURIED-ALTENHEIM. Eine musikalische Zeitreise aus Anlass seines 90-jährigen Bestehens hat der Musikverein Trachtenkapelle in seinem Jahreskonzert in der dekorierten Herbert-Adam-Halle präsentiert. Die Zeitreise reichte so vom Gründungsjahr 1924 bis jetzt – beziehungsweise umgekehrt, dank einer Fehlprogrammierung der Zeitmaschine.

Das Jugendorchester unter Leitung von Matthias Rosa eröffnete, gekonnt moderiert von Marie Sophie Schneider, mit flotter Musik das Programm. Eine Bereicherung des musikalischen Abends war einmal mehr die Kindertanzgruppe unter der Leitung von Melanie Hügel und Svenia Mild. Als etwas zerstreuter Professor Gisbert von der Uni Kuhfort, einer Zweigstelle der Uni Ochsfort, begleitete Harry Gysler mit der Aldener Zeitmaschine die spektakuläre Reise durch die Zeit bis ins Gründungsjahr 1924. Dabei geriet der zeitliche Ablauf durch Fehler im Bordcomputer etwas durcheinander. Und die Kapelle unter der Leitung von Yvonne Heizmann startete ihre musikalischen Darbietungen im Jahr 1817 mit der Oper "Die diebische Elster" von Rossini, der an den Anfang der Ouvertüre einen Trommelwirbel setzte.

Weiter ging es mit dem Aldener Swingorchester, mit Glenn Miller-Melodien ins Jahr 1940. Und 1912 machte man mit dem Hochheidecksmarsch Station, den die Kapelle für die geehrten Mitglieder intonierte. Mit Welthits der Beatles erinnerte das Orchester an 1964, als in den Beatclubs die Pilzköpfe John, Paul, George und Ringo auftraten.

Der zweite Konzertteil führte zunächst ins Jahr 1889 zum Walzerkönig Johann Strauß, zum Kaiserwalzer. Der Höhepunkt dazu: der Auftritt der vier Tanzpaare aus Ettenheim, die im Dreivierteltakt über die Bühne glitten. Mit Hits von Nena, darunter "99 Luftballons", machte der Musikverein in der Zeitreise 1984 Station. Und zur Erinnerung an das Genie Wolfgang Amadeus Mozart landete das Orchester mit "Rondo alla Turca" im Jahr 1784 (Solistinnen an der Flöte: Anja Gsell, Lisa Buchholz, Lisa Holthaus, Jenny Raabe und Marlene Puino). Weiter ging’s zum Jahr 2013: Hier erinnerte der zerstreute Professor ans Jahreskonzert mit dem Unfall von Dirigentin Heizmann, die sich beim Abgang in die Pause das Bein brach, und dann Karin Herr souverän das Konzert zu Ende dirigierte. Die Kapelle griff zu diesem Jahr die Musik des Koreaners Psy auf, bei dem die Musiker zum Gangnam Style gekonnt ihr Tänzchen zeigten.

Nach vielen Umwegen kam man dann endlich im Gründungsjahr 1924 an, in dem am 4. Mai im Bahnhofsaal von rund 350 Personen der Musikverein gegründet wurde: Dies würdigte die Kapelle mit einem Volksliederpotpourri, bei dem die Besucher fröhlich mitsangen. Lang anhaltender Beifall war der verdiente Lohn für den Konzertabend, als Zugabe gab es den Marsch "Die Sonne geht auf", ehe Alleinunterhalter Gustl Kircher und Sängerin Susanne zum Tanz einluden.

Ehrungen: silberne Ehrennadel des Ortenauer Blasmusikverbandes für 25 Jahre: Miria Martin und Marco Puino sowie für über zwölf Jahre im Vorstand Jochen Riebel; für 20 Jahre: Elke Kopf, Stefanie Harter und Stefan Duchilio. Jungmusikerabzeichen in Silber Celine Rudolf, Melanie Hügel und Maike Trost; Bronze: Magdalena Otto.