Schwermetalle aus der Beschichtung

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 19. Dezember 2016

Neuried

Kritik an Bestattungwäldern.

NEURIED-ICHENHEIM. (BZ/ude). Im Artikel über den Bestattungswald Neuried fühlt sich der Bestattungswaldkritiker Andreas Morgenroth falsch zitiert. Er stellt klar, dass die Schwermetallbelastungen der Totenaschen hauptsächlich aus den Ofenbeschichtungen der Krematorien stammen. Dabei handle es sich im Wesentlichen um Chrom und Nickel. Belastungen aus Zahnfüllungen betreffen Quecksilber, dieses sei leicht flüchtig und werde ausschließlich durch den Krematoriumschornstein ausgetragen.

Weiter betont er: "Richtig ist, dass Bestattungswälder auf eine Menge von zwei bis drei Tonnen Totenasche pro Hektar ausgelegt sind und, dass Totenasche bei Anwendung des aktuellen technischen Standes zumindest mit Chrom und Nickel kontaminiert ist, nach vorliegenden Veröffentlichungen in einem Ausmaß, das grenzwertüberschreitend sein kann."

Das Urnenwaldprojekt in Neuried sei nicht aus der Bauleitplanung entwickelt worden, somit bestehe ein erweitertes Widerspruchsrecht. Dabei werde, wie er der Gemeinde Neuried mitgeteilt habe, das Thema Metallreste im Wald zu prüfen sein, unter den Aspekten Verletzungsgefahr für Mensch und Tier, Möglichkeiten der Bergung. "Dieses wurde bislang nicht in das Verfahren eingebracht, die perspektivische Belastung steht aber im Widerspruch zu dem allgemeinen Gebot zum Schutz der Natur, insbesondere dem Waldschutz und dem Bodenschutz. Dies ist von äußerster Brisanz für die Urnenwaldbetreiber, denn es führt unweigerlich zu einer Kontamination der Waldböden. Mit dem Frost können die Metallteile dann irgendwann an die Oberfläche gelangen und Waldbesucher sowie auch Tiere verletzen", führt Andreas Morgenroth aus. Bei den Teilen handle es sich um metallische Schrauben und Stifte aus Knochenfixierungen sowie Titanplatten aber auch um Zahngold und Keramik aus Hüftgelenken. "Was auf Friedhöfen nach Ablauf der Ruhezeit kein Problem darstellt (sie werden geborgen und an geeigneter Stelle endbeigesetzt), kann für Urnenwäldern Beeinträchtigungen der freilebenden Tierwelt auslösen: Metallsplitter können durch Frostdruck, Windwurf und Wühlen von Wildschweinen bis an die Bodenoberfläche verlagert werden und dort versehentlich mit der Nahrung aufgenommen werden. Metalle – woher sie auch immer stammen mögen – gehören daher nicht in den Wald", so Andreas Morgenroth.