Tobias Simon gewinnt in Klingenthal

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Mo, 19. Dezember 2016

Nordische Kombination

Erstklassig in der zweiten Liga: Kombinierer der SZ Breitnau Erster, Vierter und Sechster.

SKI NORDISCH (jb). Mächtig stolz ist die Skizunft Breitnau auf den derzeit erfolgreichsten nordischen Wintersportler aus dem Schwarzwald. Doch es gibt nicht nur Fabian Rießle, der an seinem 26. Geburtstag (siehe Text oben auf der Seite) beim Weltcup in Ramsau auf Rang zwei stürmte und sich dabei, wie tags zuvor, erneut nur einem deutschen Teamkollegen geschlagen geben musste. Es gibt auch Tobias Simon. Der 24-jährige, hochaufgeschossene Kombinierer der SZ Breitnau, macht wenig Aufhebens um sich selbst. Ruhig, bescheiden tritt er auf.

Dabei zählt er in der Welt der Kombinierer zu den 60 Besten seines Sports. Immer wieder zu Weltcup-Einsätzen gekommen ist Simon in den vergangenen Jahren, doch es waren sporadische Ausflüge nach oben, weil die absolute Weltklasse in der Königsdisziplin des nordischen Skisports in den vergangenen Jahren von deutschen Athleten dominiert wird: Frenzel, Rydzek, Rießle, Kircheisen und, bisweilen, von Manuel Faißt vom SV Baiersbronn.

Tobias Simon ist ein Flieger. Einer der die Schanze beherrscht. Doch auf der Skatingpiste fehlt ihm die Endschnelligkeit eines Fabian Rießle. Dennoch ist er auf zwei schmalen Latten ein Kämpfer. Das hat der 24-jährige Breitnauer in Klingenthal bewiesen. Im Continentalcup, der zweiten Liga der Kombinierer, in der Tobias Simon im vergangenen Jahr Gesamtrang fünf belegt hatte, meisterte er ein beinhartes Programm mit drei Wettkämpfen binnen 72 Stunden. Am Freitag stürmte Simon nach Rang fünf auf der Schanze, beim Sieg von Maximilian Pfordte (WSV Gruena) im Sprintrennen über fünf Kilometer auf den vierten Platz.

Es war ein Warmup. Am Samstag war Tobias Simon eine Klasse für sich, gewann den Sprungwettkampf überlegen, lief über zehn Kilometer ein einsames Skatingrennen an der Spitze und feierte nach 23:22 Minuten seinen ersten Continentcupsieg in diesem Winter – mit zehn Sekunden Vorsprung auf den Japaner Go Yamamoti und 38,3 Sekunden vor dem drittplatzierten Österreicher Thomas Joebstl. Am Sonntag landete Simon beim zweiten Wettkampf über zehn Kilometer auf Rang sechs – mit 54 Sekunden Rückstand auf Sieger Yamamoto, der den Österreicher Florian Dagn und den Norverweger Sindre Ure auf die Plätze verwies.