Eine Strapaze für die Lachmuskeln

Gerhard Lück

Von Gerhard Lück

Mi, 24. Oktober 2018

Oberried

Heimspiel der Ohrwürmer in der Oberrieder Klosterschiire / A-cappella-Formation begeistert mit Best-of-Programm.

OBERRIED. Mit einem herzlichen "Hallo" zündeten am Samstag die Ohrwürmer, eine seit 2002 aktive A-cappella-Formation des Männergesangvereins Schwarzwald Oberried, in der ausverkauften Klosterschiire ein musikalisches Feuerwerk. Dessen Funken sprangen schnell auf das Publikum aus nah und fern über. Für diesen Abend hätten sie viel geprobt, denn das alljährliche Heimspiel bedeute ihnen eine Menge, erklärten die Ohrwürmer. Mit bis zu sieben Konzerten jährlich haben sie sich in der Region einen großen Fanclub erobert.

Schick sahen sie aus, ganz in Schwarz mit roten Hosenträgern, die zwölf Männer unter der musikalischen Leitung von Michael Weh. Gerne behaupten sie von sich: "Wir sind die älteste Boygroup zwischen Zastler und Notschrei." Ihrem Erfolgskonzept, bekannte Songs namhafter Interpreten für die eigenen Stimmen zu arrangieren und mit perfekter Show und heiteren Ankündigungssprüchen zu kombinieren, sind sie treu geblieben. Das ist genau das richtige Rezept, um das Publikum ganz schnell mit ins Boot zu holen. So war bereits zur Pause von einer Besucherin zu hören, dass schon jetzt ihre Lachmuskeln arg strapaziert seien.

Kein Wunder, denn schon die Ankündigung des Grönemeyer-Songs "Männer" hatte es in sich. War doch da vom Mann die Rede, der das Gespräch erfand, während die Frau den Tratsch entdeckte – und der Mann den Sex erfand und die Frau die Migräne. Den "Girls" von Sailor folgte das Solo "Nur für dich" von Basta. Karsten Voss betonte zuvor, dass der Abend unter dem Motto "Best of Ohrwürmer" stehe, und erinnerte daran, dass sie gerne immer wieder Songs der A-cappella-Gruppen Basta und Wise Guys ins Programm aufnähmen. So hätten sie 2007 gar als Vorgruppe von Basta und den Swingle Singers auf der Bühne gestanden.

"Wenn der Herrgott ruft zur Himmelfahrt", den Kölschen Song der "Höhner", nutzten die Oberrieder zu einem Exkurs über moderne Zahlungsmittel wie Goldene Kundenkarte oder Payback-Karte. Petrus fragte nach der Prepaid-Karte – weshalb die Ohrwürmer sangen: "Vorm Himmelstor stellen wir uns ganz hinten an."

Boygroup sorgt für Erotik

Gerhard Thomann überzeugte mit dem Roger-Miller-Song "King oft he Road": "Erst wenn die Straße brennt, bin ich voll in meinem Element." Nicht mehr zu bremsen war das Publikum beim "Mambo" von Grönemeyer, als die Boygroup den Saal erotisch explodieren ließ und Schals und sogar ein BH auf die Bühne flogen. "Zieh die Schuh aus" von Roger Cicero forderte Karsten Voss, Claudio Röhmer-Litzmann und Martin Lauby zu einem grandiosen Solo. Mit "Lara" von Basta glänzte Gerald Lauby und der Song "Cabaret" führte die Sänger choreografisch an Grenzen. Nach der Pause brannte das musikalische Feuerwerk mit Songs wie "Fort he longest time" von Billy Joel, dem Prinzen-Hit "Alles nur geklaut" und "Sommer" von den Wise Guys weiter. Romantisch wurde es bei "How Deep is your Love" der Bee Gees. Doch gleich sorgte der "Duschvorhang" von Basta wieder für Erheiterung. "Ring of Fire" (Jonny Cash sei immer zum Skifahren nach Hofsgrund gekommen), "Ramala" von The Edsels und "Dont Worry" (Bobby McFerrin) sollten das Konzert beenden – doch "Rock you" von Queen und das Lied von der "Bindungsangst" mussten als Zugabe noch sein. Gerade bei diesem Song war das Publikum als Chor voll integriert. Mit dem Gute-Nacht-Lied "LaLeLu" ging das Heimspiel zu Ende. Den Ohrwürmern war es gelungen, die rund 160 Besucher vollends zu begeistern. Sie dankten ihnen für die tolle Stimmung, dankten aber auch ihrer Choreografin Petra Adam, die von ihnen behaupte: "Eigentlich seid ihr keine Tänzer, sondern eher Beweger." Ein großes Lob galt auch den ihren Partnerinnen, die in der Marktscheune vorm Konzert und in der Pause ein äußerst vielseitiges und schmackhaftes Fingerfood-Buffet bereitet hatten. Um den Service kümmerten sich die Sängerkollegen aus dem MGV Schwarzwald vorbildlich.

Die nächsten Konzerte der Ohrwürmer aus Oberried: 24. November, 19 Uhr, SWR-Studio Freiburg; 8. Dezember, 19 Uhr, Schlosskeller Emmendingen; 20. Januar, 19 Uhr, Alemannische Bühne Freiburg.