Finanzierung ist unter Dach und Fach

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Di, 12. Dezember 2017

Oberried

In Oberried tritt der Bau von 24 Mietwohnungen in Bürgerhand auf dem Ursulinengelände in die entscheidende Phase.

OBERRIED. Julia Happel, Johannes Rösch und Daniel Schneider von der Oberrieder Wohnbaugenossenschaft Ursulinenhof (WGU) haben gute Laune. Kein Wunder, denn die Verhandlungen über die Finanzierung der geplanten 24 Mietwohnungen mit der GLS-Bank als Kreditgeber sind abgeschlossen.

Es gab zuletzt einige Verzögerungen, weil hart und intensiv mit Bank und Generalunternehmer verhandelt wurde. Laut Koordinator Daniel Schneider, der die Gespräche im Auftrag des Vorstands hauptsächlich geführt hat, lohnte sich die Mühe. "Wir sind letztlich um rund eine halbe Million besser weggekommen als gedacht, und der Kredit beläuft sich jetzt auf insgesamt 5,4 Millionen Euro." Auch Vorstandsmitglied Johannes Rösch freut sich über diese Reduzierung, zumal damit keinerlei Qualitätseinbußen beim Bau verbunden seien. "Jetzt werden wir, sobald das Geld auf dem Konto ist, den noch ausstehenden Restbetrag von den 1,1 Millionen für das Grundstück auf dem Ursulinengelände an die Gemeinde überweisen", erklärte Vorstandsvorsitzende Julia Happel.

Parallel zu den Finanzierungsgesprächen hatte der Gemeinderat am 27. November dem Bebauungsplan bei nur jeweils einer Gegenstimme und einer Enthaltung zugestimmt, und auch das Landratsamt hat laut Rösch den Erhalt der vollständigen Unterlagen bestätigt und eine Entscheidung über die Genehmigung noch in 2017 in Aussicht gestellt. Läuft alles glatt, kann im Frühjahr mit dem Bauen begonnen werden. Die Planung sieht eine Bauzeit von zirka 15 Monaten vor, und so kann mit einem Bezug der jeweils zwölf Zwei- und Dreizimmerwohnungen, mit je 66 und 77 Quadratmetern Grundfläche, im Sommer 2019 gerechnet werden.

Die WGU ist damit ihrem Ziel, bezahlbaren Mietwohnraum in Bürgerhand durch ihr Genossenschaftsmodell zu schaffen, entscheidende Schritte nähergekommen. Mietberechtigt werden ausschließlich Genossenschaftsmitglieder sein, und die Wohnungen werden nach Bewertungskriterien vergeben, die die Mitgliederversammlung noch diskutieren und verabschieden muss. Ebenfalls noch zu beschließen sind Höhe und Beginn der Renditeerstattung auf die eingelegten Anteile der Mitglieder. Jedes Genossenschaftsmitglied hat bei allen Abstimmungen unabhängig von der Zahl der individuell gezeichneten Anteile nur eine Stimme.

Das ehrenamtlich arbeitende Dreierteam aus Vorstand Happel und Rösch sowie dem beratenden Schneider ergänzt sich nach eigener Einschätzung ideal und ist von der Projektidee beseelt. Diese beinhaltet auch ein zukunftsorientiertes Mobilitätskonzept. Bewusst habe man jeder Wohneinheit nur einen Autostellplatz zugeordnet. Auf der einen Seite, um Kosten zu sparen, weil man dadurch keine Tiefgarage bauen müsse, vielmehr jedoch aus Gründen des Umweltschutzes. Bereits jetzt besitzt die WGU ein Elektroauto, das auf dem Gelände der Firma Autoservice Rieder stationiert ist und von WGU-Mitgliedern sowie Mitgliedern der Bürgergemeinschaft Oberried gemietet werden kann. Zu diesem Fahrzeug soll ein zweites E-Mobil kommen, und beide werden später auf dem Ursulinengelände stehen. Damit soll ein Ausgleich zum knapp bemessenen Parkraum geschaffen und den Mietern die Anschaffung eines Zweitwagens erspart werden.

Die aktuellen Entwicklungen werden bei der kommenden Mitgliederversammlung am Dienstag, 12. Dezember, um 19.30 Uhr in der Klosterschiire ausführlich erläutert und diskutiert. Weitere Infos gibt’s online unter wohnbau-genossenschaft.info