Geheimes aus dem lockeren Leben der Ohrwürmer

Gerhard Lück

Von Gerhard Lück

Mi, 25. November 2015

Oberried

Erfolgreiches "Heimspiel" der A-Cappella-Gruppe des Männergesangvereins Schwarzwald Oberried vor vollem Haus.

OBERRIED. Diese Offenheit der "ältesten Boygroup zwischen Zastler und Notschrei", der A-Cappella-Gruppe Ohrwürmer vom MGV Schwarzwald Oberried, hat jetzt beim "Heimspiel" im ausverkauften Bürgersaal der Klosterschiiere doch manchen Konzertgast verwundert. Wie ein roter Faden ging einiges aus dem (Liebes-)Leben der gestandenen Sänger-Mannsbilder durchs kurzweilige und überaus unterhaltsame Programm. Die musikalische Leitung von Michael Weh, die Arrangements der Choreografin Petra Adam und die tollen Stimmen von zwölf Männern gaben dem Abend ihr Gepräge.

Da war zu erfahren, dass "Mann kann", aber "Mann kann nicht immer", weil: "Anna hat Migräne", ein Song der Wise Guys. Aber dafür tobt sich Mann auf der Autopiste aus und ist der "King of the road". Doch dann ging’s wieder an die Frauenprobleme – nach einem von Martin Lauby aus dem Schwäbischen ins Alemannische übersetzte Lied "Aber mir’s reicht’s, wenn i weiß, i könnt, aber i will net!". Lachsalven löste die Interpretation des Basta-Hits vom Duschvorhang aus, denn "in Trennungsphasen ist der Duschvorhang der Einzige, der an dir hängt".

Für den Wettbewerb "Bauer sucht Frau" machten sie ihn musikalisch fit: Gerald Lauby in Bauernkluft interpretierte den Heinz Rühmann-Hit "Ich breche die Herzen der stolzesten Frauen, weil ich so stürmisch und so leidenschaftlich bin." Und dann kam Karsten Voss voller Sehnsucht und Enttäuschung mit dem Basta-Song "Nur für dich". Sogar ein Liebeslied habe er seinen Angebeteten geschrieben: "Und was hat’s genutzt? Nichts!" Versöhnliches von den Wise Guys vor der Pause: "Jetzt ist Sommer." Draußen fiel der erste Schnee.

Bereits vor Konzertbeginn und dann wieder in der Pause verwöhnten die MGV-Sänger und deren Frauen die über 150 Gäste mit einem Fingerfood-Buffet. Die Jungs der Boygroup mischten sich unters Publikum und genossen die Freude der großen Fangemeinde. Die durften dann beim Lied "Keine Macht" keine politische Botschaft hören, sondern erfahren, wie man mit dem Trennungsschmerz umgeht: "Keine macht den Kaffee so wie du, du fehlst mir so". Auf die Frage ans weibliche Publikum, was ein Gigolo sei, kam die Antwort: "Das ist Einer, der schönen Frauen nachschaut." Karsten war enttäuscht: "In Neustadt hat eine gesagt: so einer wie ich." Ein richtiger Gigolo (Peter) sang (und spielte) dann das Herzensbrecherlied "Just a gigolo". Kronen zogen die Jungs gar fürs Lied "König von Deutschland" (Rio Reiser) auf, warfen ihre "Sorgen in die Tonne" (Basta), kamen zur wöchentlichen Männergruppe zusammen: "Don’t worry, be happy" oder huldigten ihrem Sponsor, der deutschen Pharmaindustrie, mit dem Wise Guys-Hit "Aber sonst gesund". Das große Finale begann, als der Raum "mit Erotik geflutet" wurde mit dem "Mambo" von Grönemeyer. Beim Basta-Song "Bindungsangst" war das Publikum endgültig einbezogen: Die Männer sangen "Ich habe Bindungsangst" und die Frauen "Bitte bleib, geh nicht fort". Richtig schmusig war der Schluss mit "Only you" von den Flying Pickets und dem endgültigen Rausschmeißer, Rühmanns "Lalelu, nur der Mann im Mond schaut zu".