Klänge, Komik und ein Kräuterquiz

Claudia Bachmann-Goronzy

Von Claudia Bachmann-Goronzy

Mo, 02. Oktober 2017

Oberried

Das Publikum freut sich über einen unterhaltsamen Beginn der Alemannischen Woche in Oberried.

OBERRIED. Die Alemannische Woche in Oberried hat am Freitag mit dem Alemannischen Abend in der vollbesetzten Klosterschiere begonnen. Zwei Wunderfitze, Marita Maier und der gastgebende Männergesangverein Schwarzwald aus Oberried unterhielten die Gäste bestens.

Zu Beginn des Abends betraten 30 schwarz gekleidete Männer ohne Vorankündigung die Bühne. Den Männergesangverein (MGV) hatte dort in diesem Jahr niemand erwartet. Vorsitzender Gerald Lauby begrüßte die Gäste, unter ihnen Bürgermeister Klaus Vosberg, den Lauby im hinteren Bereich des Saales entdecken konnte, sowie Altbürgermeister und Ehrenbürger Franz-Josef Winterhalter. Da Bürgermeister Vosberg nicht gewillt war, Grußworte zu sprechen, erklärte Lauby "dann übernehme ich das halt auch noch".

Traditionell ist es der Männergesangverein selbst, der den Eröffnungsabend der Alemannischen Woche bestreitet. Doch in diesem Jahr waren die Sänger "am Anschlag" wie Lauby in seiner Begrüßung erklärte. Denn die Männer proben seit einigen Wochen für einen Chorwettbewerb am nächsten Samstag in Bruchsal, weshalb die Vorbereitung eines Programms für den Eröffnungsabend nicht mehr unterzubringen gewesen sei. Dass die Männer nun doch auf der Bühne standen, lag Lauby zufolge daran, dass man sich entschieden habe, das Wettbewerbsprogramm quasi als Generalprobe an diesem Abend vorzutragen. "Sie dürfen mit ihrem Beifall entscheiden, ob wir in Bruchsal antreten sollen", richtete sich Lauby augenzwinkernd an das Publikum, bevor die Sänger unter Leitung von Michael Weh stimmgewaltig mehrere Lieder vortrugen. Der Beifall des Publikums bestätigte eindeutig die Zustimmung zur Wettbewerbsteilnahme.

Die kraftvollen Männerstimmen waren eine wunderbare Einstimmung auf das, was noch folgen sollte. Denn als der Männergesangverein die Bühne wieder verließ, tauchten dahinter zwei ebenfalls schwarz gekleidete Männer auf. Die "Zwei Wunderfitze" hatten geduldig auf ihren Einsatz gewartet und konnten nun loslegen. Bei ihrer Begrüßung kam auch Bürgermeister Vosberg nicht zu kurz, der sich ja an diesem Abend im Hintergrund halten wollte. "Normalerweise steht die Gemeinde hinter dem Bürgermeister", meinte Rolf Rosendahl, einer der beiden Wunderfitze schmunzelnd, und sorgte mit diesem und weiteren Sprüchen für Lacher im Publikum. Er zeigte sich als Moderator des Duos, während Dieter Schwarzwälder, der Zweite im Bunde, ein absolutes "Instrumentenwunder" sei, wie Rosendahl ankündigte. Im Laufe des Abends gaben die Künstler ihr Programm "Alemannischi Männer" zum Besten – in Form von Geschichten und Liedern zur Entwicklungsgeschichte vom kleinen Jungen bis zum gestandenen Mann.

Die Frage, warum alemannische Männer so begehrt sind, beantworteten sie mit: "Alemannischi Männer sind bodelos schön, ifühlsam und zärtlich wia d’Sau!" In ihren Lieder und Geschichten erzählen sie von Schmugglern, organisierter Kriminalität, Nordic Walking, Frauen und vielem mehr; immer gespickt mit Witz und spontaner Schlagfertigkeit. Den Abschluss bildete eine Liebeserklärung an das Wiesental, wo das Duo zu Hause ist.

Für gute Unterhaltung sorgte auch Marita Maier. Die Mundartkünstlerin aus Bubenbach brachte es fertig, Bürgermeister Vosberg doch noch auf die Bühne zu holen. Das Engagement aus Oberried sei für sie ein riesen Karrieresprung, erzählte sie. Sie träume davon, ein Star zu werden, denn dann hätte sie jemanden, der ihr das Equipment hinterhertrage. Und Equipment hatte sie reichlich dabei.

Das brauchte sie auch für das Quiz mit kleiner Kräuterkunde, für das sie Vosberg und sein Vorgänger Winterhalter als Kandidaten auserkoren hatte. Eifrig bemühten sich die Kandidaten um die richtigen Antworten. Die von Maier eingesetzte Jurorin bekundete am Ende, dass Bürgermeister Vosberg doch deutlich mehr wusste. "Muss er jo au, er isch jo no im Amt", kommentierte Marita Maier. Genau wie das Publikum schien auch Vosberg Spaß an der Sache zu haben.

Fazit: Ein gelungener Abend und hervorragender Einstieg in eine Woche voller alemannischer Angebote.