Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

05. Juni 2010

Neues Leben in einer alten Mühle?

Im Zastlertal steht eine alte funktionsfähige Getreidemühle / Gemeinde sucht interessierte Bürger, die sich um sie kümmern.

  1. Foto: karlheinz Scherfling

  2. Im Innern der Mühle sieht es so aus, als ob der Müller erst gestern seine Arbeit unterbrochen hätte. Foto: karlheinz Scherfling

  3. Die Gassenbauernhof-Mühle im Zastler ist ein stattliches Gebäude mit einem noch intakten Mühlrad. Foto: karlheinz Scherfling

OBERRIED-ZASTLER. Mit Geschenken ist es gelegentlich so eine Sache: Was auf den ersten Blick lukrativ aussieht, kann erhebliche Folgekosten nach sich ziehen. Und deshalb gehen Gemeinderat und Gemeinde vorsichtig mit dem Vorschlag um, vom Land eine historische Getreidemühle zu übernehmen. Nur wenn sich Bürger finden, die sich auch um das selten Stück kümmern, werde Oberried die Mühle übernehmen, sagte Bürgermeister Franz-Josef Winterhalter.

Dabei ist sie schon etwas Besonderes, denn die Mühle beim Gassenbauernhof ist die einzige noch erhaltene Getreidemühle im Zastler, dem einstigen typischen Schwarzwälder Mühlental, in dem früher Mühlen zahlreiche Mühlen arbeiteten. Sie ist auch auch nicht wie viele anderen alten Bauten in einem erbärmlichen Zustand. Denn vermutlich wurde sie in den 80er Jahren vom Forstamt Kirchzarten saniert. Lediglich der Mühlenkanal wurde durch eine Erdrutsch verschüttet.

Als Oberried die Mühle für einen symbolischen Preis von einem Euro vom Land angetragen bekam, war sich der Gemeinderat einig, dass Oberried solch ein Objekt nur gemeinsam mit Bürgern erhalten könne. Winterhalter verwies im Gespräch mit der BZ auf das Engagement eines Heimatvereins in Buchenbach hin, der eigens für den Erhalt des Hansmeyerhofes gegründet wurde.

Werbung


In seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Ortschaftsrat Zastler mit dem Thema. Auch hier war man sich einig, dass es reizvoll wäre, die alte Mühle zu übernehmen. Jetzt soll ausgelotet werden, ob und wie viele Bürger sich in einem Mühlenverein engagieren werden. Ortsvorsteher Eugen Schreiner wird sich um diesen Part kümmern, während Bürgermeister Winterhalter die Verhandlungen mit dem Land führen wird.

In diesem Zusammenhang kam auch die alte Adamsäge ins Gespräch, die wenige hundert Meter oberhalb am Bach steht und ebenfalls dem Land gehört. Auch sie könnt von dem Verein übernommen werden.

Falls sich genügend Bürger engagieren, werde auch die Gemeinde mitmachen, sagte Winterhalter. Er setzt auf zahlreiche sachkundige und arbeitsfreudige Bürger im Dorf, mit denen gemeinsam zwei Schmuckstücke aus alten Zeiten in die Zukunft gerettet werden könnten.

Autor: Karlheinz Scherfling