Onleihe legt stark zu

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Di, 24. Juli 2018

Lörrach

Zehn Bibliotheken arbeiten seit fünf Jahren in einem Verbund zusammen.

LÖRRACH. Seit Sommer 2013 bietet die Stadtbibliothek in einem Verbund von zehn Bibliotheken mit der "Onleihe Dreiländereck" die Möglichkeit, E-Books, E-Audios (Hörbücher) und E-Paper (Zeitungen und Zeitschriften) auszuleihen. Gefeiert wurde das Fünfjährige von allen beteiligten Bibliotheken mit einer Jubiläumswoche und einem Gewinnspiel. Die Onleihe sei von Anfang an eine Erfolgsgeschichte gewesen, berichtet Stadtbibliotheksleiterin Sabine Dietrich. "Die Nutzer haben auf das neue Angebot gewartet."

Sie zählte die Vorteile des Ausleihens von E-Medien auf: Die digitale Bibliothek, die weniger wiegt als ein gebundenes Buch, hat immer geöffnet. Genutzt werden kann das Medienangebot von überall aus. Zurückgegeben werden müssen die Medien auch nicht. Sobald die Leihfrist abgelaufen ist, stehen sie dem nächsten Nutzer zur Verfügung. Verlängern kann man im Gegensatz zu der herkömmlichen Bibliothek nämlich nicht.

In den fünf Jahren stieg der Bestand an E-Medien von 1500 Titeln auf etwa 9500. Sabine Dietrich berichtet von 600 Nutzern, die zu Beginn monatlich auf die Onleihe zugriffen. Aktuell seien es 1500. Besonders ältere Leser greifen gerne auf das Angebot zurück, da sich die Schriftgröße am E-Book-Reader augenfreundlich einstellen lässt und es ein eingebautes Hintergrundlicht gibt. Ein Nutzer darf sich gleichzeitig zehn E-Medien ausleihen und für 21 Tage die E-Books. E-Papers werden stundenweise geliehen.

Alle Bibliotheken sind verpflichtet, fünf Prozent ihres Medienetats für digitale Medien auszugeben. Vor allem nach vorne kaufen, heißt die Devise. Deshalb findet man Klassiker nur dort, wo es Sinn macht, etwa bei einer Krimireihe. Für die Konzessionen, erklärte Juliane Blum von der Bibliothek Efringen-Kirchen, zahlen Bibliotheken fast so viel wie fürs Buch. Sie beobachtet, dass die Konzessionen eher teurer werden. Für so genannte Staffelexemplare (Neuerscheinungen), für die es viele Vormerkungen gibt, werden drei oder vier Exemplare angeschafft. Denn jedes Buch kann nur einmal zur selben Zeit ausgeliehen werden.

Dass sich ein E-Book nicht verschleißt und für immer im Bestand bleibt, ist ein Trugschluss. Die gängigen Bestseller-Verlage haben die Onleihe reglementiert und auf 52 Ausleihen limitiert. Danach muss eine neue Lizenz erworben werden. Ein Ärgernis für ungeduldige Leser ist das Windowing: Die Verlage schreiben nach der Veröffentlichung eines Buchs eine Wartezeit vor, bis es in die Onleihe gehen darf. Beim Zugriff auf der Homepage (http://www.onleihe.de/dreilaendereck kann man sich über einen Filter einen Überblick verschaffen, welche E-Medien zugriffbereit sind. Eine Liste informiert darüber, mit welchen Geräten die Onleihe genutzt werden kann.