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06. September 2016

Sportlich-variabel rund ums Ländle

Vom Kanadier bis zum Doppeltandem reichen die muskelkraftbetriebenen Fahrzeuge, mit denen ein Paar Baden-Württemberg umrundet.

  1. Ute Jansen und Markus Frommlet bei ihrer Ankunft mit den Rennrädern in Kehl. Foto: Karen Christeleit

  2. Rheinau durchquerten sie auf Inlineskates. Foto: Karen Christeleit

KEHL. In 22 Tagen immer der Grenze des Bundeslands entlang. Mit eigener Muskelkraft auf 16 unterschiedlichen Fortbewegungsmitteln Baden-Württemberg zu umrunden, ist das Ziel von Ute Jansen und Markus Frommlet aus Grafenau bei Sindelfingen. Dabei haben sie jetzt die Ortenau rheinabwärts durchquert.

"Immer weiter zieht es Sportler zu immer extremeren Sportarten", erklärt Ute Jansen ihre Motivation, "wir wollten zeigen, dass man auch direkt vor der Haustür viel Spaß, sportliche Herausforderungen und Abenteuer erleben kann, Baden-Württemberg bietet dabei mit seinen Bergen, Flüssen und Ebenen viele interessante Möglichkeiten."

So erreichten sie mit ihren Rennrädern am 20. Tag ihrer Tour auch Kehl, auf Inlineskates durchquerten sie dann Rheinau und Lichtenau um dann am Nachmittag das letzte Stück bis zum Gelände des Iffezheimer Windsurfing Clubs auf einem Floß zurückzulegen. Kurze Rast legten sie in Freistett ein, wo der 54-jährige Frommlet unumwunden zugab, "während das Rennrad mein Metier ist, stehe ich erst das fünfte Mal auf Inliner-Rollen und fühle mich dementsprechend unsicher." Doch seine 46-jährige Gefährtin macht ihm Mut: "20 Kilometer hast du schon, da schaffst du den Rest – nur noch 26 Kilometer – locker."

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Gestartet sind sie am 13. August in Karlsruhe, dem Ort im Ländle in dem einst ein muskelbetriebenes Gerät, nämlich die Draisine, erfunden wurde. Weiter ging es nach Mannheim, über den Odenwald nach Demmingen, der östlichsten Gemeinde im Ländle, von da nach Ulm und weiter zum Bodensee und dann über Neuenburg zurück nach Karlsruhe – insgesamt fast 1500 Kilometer und mehr als 14 000 Höhenmeter und das wandernd, rollend, fahrend und rudernd.

Das technisch anspruchsvollste Gefährt sei ein Liegeradtandem gewesen, auf das sie nach 80 Kilometern auf dem Mountainbike und zwei Kilometern im Rollstuhl in Ulm wechselten. "60 Kilometer haben wir geschafft, aber immer nur geradeaus, kurven kann man damit unmöglich fahren", schmunzelte die Sportlerin, die von der Anteilnahme der Menschen entlang der Strecke angetan war: "Überall wurden wir nett aufgenommen, einmal bekamen wir als weit und breit kein Laden in der Nähe war, Wasser geschenkt, dass nächste Mal kochte die Oma für uns Spaghetti." Doch Ute Jansen erinnerte sich auch an schwierige Momente, nicht nur als nach einem 13-Stunden-Tag sich die letzten Kilometer zogen oder das Kajak bei reißender Strömung im Rhein kenterte, sondern sie sahen sich auch aggressiven Hunden gegenüber – Frommelt wurde in den Schuh gebissen.

Obwohl sie "halb gewollt" oft an ihre Grenzen stießen, bewältigten sie – getragen von den vielen begeistert begleitenden Menschen – alle Strapazen. "Tritt für Tritt, nur nie das Ziel aus den Augen lassen", wollen die beiden Sportbegeisterten höchst zufrieden mit ihrer Leistung zur Nachahmung motivieren, "wobei jeder seine Grenzen realistisch anpeilen und vorher trainieren sollte."

Die Zieletappe von Iffezheim nach Karlsruhe mit Kanadier und das letzte Stück mit einer Fahrrad-Rikscha wollen sie, begleitet von Familie und Freunden, Mitmacher und Unterstützer, so richtig genießen.

Autor: Karen Christeleit