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31. Dezember 2011

Atom-U-Boot in Flammen

Kampf gegen den Brand auf der Jekaterinburg dauert einen Tag / Fehlinformationen der Behörden.

  1. Alles harmlos, heißt es über den Brand auf der Jekaterinburg, die hier in einem Archivfoto von 2006 zu sehen ist. Foto: dpa

MOSKAU (AFP). Der Brand eines russischen Atom-U-Boots ist nach Angaben der Behörden gelöscht. Nach fast eintägigem Kampf gelang es demnach der Feuerwehr am Freitag, die brennende Außenhülle der Jekaterinburg zu löschen, die bei Reparaturarbeiten auf einem nordrussischen Militärdock in Flammen aufgegangen war. Dem Katastrophenschutzministerium zufolge droht keine radioaktive Verseuchung, neun Menschen erlitten eine Rauchvergiftung.

"Das Feuer ist gelöscht, es gibt keine Flammen mehr", versicherte Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu am Freitag bei einem Treffen des Krisenstabs. Die Strahlenwerte in der Umgebung seien normal, es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung.

Der Brand war den Behörden zufolge am Vorabend auf einem hölzernen Baugerüst rund um das U-Boot ausgebrochen, das auf der Roslijakowo-Werft in der Region Murmansk repariert werden sollte. Die Flammen griffen rasch auf die Kautschukhülle der 11 740 Tonnen schweren und 167 Meter langen Jekaterinburg über. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums bestand keine Gefahr, dass sich das Feuer auf das Innere des Schiffes ausbreiten würde. Der Atomantrieb sei zudem abgeschaltet, alle Atomwaffen und Raketen seien entfernt worden.

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Elf Feuerwehrbrigaden und ein Löschboot waren im Einsatz, um die Flammen einzudämmen. Der Fernsehsender TV-21 berichtete, ein Spezialhubschrauber habe tonnenweise Wasser auf das U-Boot geschüttet. "Ich habe etwa zehn Meter hohe Flammen gesehen", sagte ein Augenzeuge. Auf TV-Bildern waren riesige Rauchwolken über dem militärischen Sperrgebiet zu sehen. Moskau nahm den Vorfall sehr ernst. Präsident Dmitri Medwedew entsandte Generalstabschef Nikolai Makarow nach Murmansk und ordnete eine Untersuchung an. Nach anfänglichen Falschmeldungen versicherte Katastrophenschutzminister Schoigu, die Behörden würden ab sofort umfassend über alle Entwicklungen informieren. Das Außenministerium bestätigte – ungewöhnlicherweise – nochmals alle Angaben des Verteidigungsministeriums.

Die Jekaterinburg ist seit 1985 im Einsatz. Sie gehört der Delta-IV-Klasse an und kann Medienberichten zufolge bis zu 16 Interkontinental-Raketen mit sich führen. Ihr Brand ist nach Einschätzung des Militärexperten Pawel Felgenhauer ein schwerer Schlag für die atomare Abschreckungsstrategie Moskaus. Nach seinen Angaben könnte die Reparatur des U-Boots Jahre dauern.

Autor: afp