18. Geburtstag

Becker-Tochter Anna Ermakova: Erst verleugnet, heute geliebt

dpa

Von dpa

Do, 22. März 2018 um 10:30 Uhr

Panorama

Anna Ermakova, die Tochter von Ex-Tennisstar Boris Becker, wird 18. Heute ist keine Rede mehr von einem angeblichen "Samenraub".

LONDON. Happy Birthday, Anna! Die Tochter von Tennislegende Boris Becker feiert an diesem Donnerstag ihren 18. Geburtstag. Die rothaarige Anna Ermakova, deren Ähnlichkeit mit ihrem Vater unverkennbar ist, hat sich zu einer jungen, selbstbewussten Frau entwickelt. Bekommt die Geschichte, die einst als angebliche "Besenkammer-Affäre" Schlagzeilen machte, damit für Becker letztlich ein Happy End?

"Was für eine wunderschöne junge Lady", schrieb Becker stolz auf Instagram, als Anna im Alter von 14 Jahren bei der Berliner Modewoche auftrat. Ein Vaterschaftstest hatte 2001 belegt, was jeder geahnt hatte. Nur der Ex-Tennisprofi hatte es bis dahin bestritten, später war von Samenraub die Rede.

Zu ihrer Mutter Angela, die mit Becker (50) vor über 18 Jahren ein einziges Mal Sex in einem Londoner Nobelrestaurant hatte, scheint Anna einen guten Draht zu haben. Sie habe ihr mit auf dem Weg gegeben: "Erst denken, dann handeln", sagte Anna der Daily Mail. Sie solle beim Modeln nicht die Bodenhaftung verlieren.

Beckers Tochter nennt sich selbst eine Feministin, will weiter in der britischen Hauptstadt leben und Kunstgeschichte studieren. "Ich bin ziemlich kreativ." An Wochenenden besuche sie Museen und Galerien. Bewundernd äußerte sie sich in der Daily Mail über die feministische, nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie und über den Mut des übergewichtigen US-Models Ashley Graham. Anna selbst will eine starke, unabhängige Person gemischter Herkunft sein.

Das klingt alles recht klug. Sie spricht zudem fließend Englisch und Russisch – die Muttersprache ihrer Mutter – und liebt Französisch. Mit dem Sport hat sie es nicht so. Schwimmen im Meer entspannt sie. Den Sendern RTL und Vox berichtete sie anlässlich ihres Geburtstages, dass ein kurzer Ausflug in die Tenniswelt als Kind mit dem Verlust von Milchzähnen endete. Über ihren Vater wollte Anna aber nicht mit den Reportern reden. Vielleicht doch ein angespanntes Verhältnis?

Dem britischen Fernsehsender ITV hatte Becker einmal berichtet, dass er den "Ausrutscher" mit Angela Ermakova bedaure. Er habe sich nach dem Achtelfinale-Aus 1999 in Wimbledon und dem Ende seiner Karriere an jenem Abend einsam gefühlt und Sex mit Angela in dem Restaurant gehabt – auf einer Treppe, nicht in einer Besenkammer. Er habe sich später geschämt, seine damalige Frau Barbara betrogen zu haben.

Aber: "Ich lebe und lerne", sagte Becker damals im Interview. "Anna zu haben, ist kein Fehler mehr ... Ich habe eine wundervolle Tochter. Heute will ich sie nicht eine Minute missen. Ich liebe sie sehr." Vor wenigen Monaten war Anna mit Blick auf die Volljährigkeit noch ziemlich mulmig zumute. "Man trägt die volle Verantwortung für all seine Handlungen. Mir ist ein bisschen bange."