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19. Juni 2009

Würdigung zum Geburtstag

Horst Haitzinger: Zeichner mit frecher Feder

Der Karikaturist Horst Haitzinger - der seit 40 Jahren für die BZ arbeitet - wird 70.

  1. Umweltthemen liegen dem Naturschützer besonders am Herzen (oben links), auf Gewalt reagiert er mit Schärfe (oben). Seiner Lieblingsfigur Franz-Josef Strauß zeigte er 1979 die Gelbe Karte (rechts). Foto: Zeichnungen:Haitzinger

  2. Europa auf dem Stier wird in den Serail entführt (oben): Horst Haitzinger verwendet gerne Metaphern aus Sagen, Märchen und Erzählungen. Foto: ddp

  3. Foto: Horst Haitzinger

  4. Foto: haitzinger

  5. Foto: Haitzinger

Er zeichnet seit 40 Jahren für die Badische Zeitung, ist Vorbild für viele Kollegen und gilt hierzulande als am meisten gedruckter und anerkannter Karikaturist: Horst Haitzinger arbeitet für Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland, Österreich, der Schweiz, England und den USA, jährlich erscheint eine Zusammenstellung seiner besten Karikaturen. Schon 2006 erhielt er den Deutschen Karikaturistenpreis in der damals neu geschaffenen Kategorie Lebenswerk.

Haitzinger zufolge folgen Karikaturisten einem Grundmuster: Sie seien Kämpfer gegen Ungerechtigkeit, soziale Missstände und Unterdrückung. Ihr wichtigstes Stilmittel sei die Übertreibung, die aber immer eine reale Grundlage haben sollte: "Der Karikaturist darf aus der Mücke einen Elefanten machen, aber die Mücke sollte nicht auch noch erfunden sein." Schon früh hat er das Thema Umwelt- und Naturschutz aufgegriffen, für das er sich auch privat engagiert. Und während er mit dem früheren DDR-Staatschef Erich Honecker wenig anfangen konnte, war der CSU-Politiker Franz Josef Strauß seine Lieblingsfigur.

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Nach dem Grafik- und Kunststudium in Linz und München begann die Karriere des gebürtigen Österreichers 1963 bei der Satirezeitschrift Simplicissimus. Ein Thema auswählen, die Pointe finden, in einem Bild umsetzen, das sofort verständlich ist – und das alles vor Redaktionsschluss: Jeder Arbeitstag ist ein kleines Abenteuer, hat Haitzinger einmal gesagt. Dennoch gab es kaum Tage, an denen ihm nichts zum Weltgeschehen einfiel. Einer davon war der 11. September 2001.

Im vergangenen Jahr hat der Karikaturist ein Buch veröffentlicht, das eine andere Seite des Künstlers offenbart. Es enthält Ölgemälde mit mystischen Motiven, mit denen er Erinnerungen und Fantasien aus seiner Kindheit verarbeitet. Horst Haitzinger, der zurückgezogen in München lebt, feiert heute seinen 70. Geburtstag.

Autor: Nicolas Scherger