Waffenlobby

Überlebende nach Schulmassaker in Florida zu Trump: "Schämen Sie sich"

afp

Von afp

So, 18. Februar 2018 um 17:33 Uhr

Panorama

Eine 18-jährige Überlebende des Amoklaufs mit 17 Toten an einer Schule in Florida hat die Nähe des Präsidenten zur Waffenlobby angeprangert.

Nach dem Schulmassaker in Florida hat eine junge Überlebende in einer Wutrede den Umgang von US-Präsident Donald Trump mit Waffengewalt verurteilt. "Schämen Sie sich", rief Emma Gonzalez am Samstag bei einer Anti-Waffen-Demonstration in Fort Lauderdale. Der Präsident warf derweil dem FBI vor, zu viel Zeit auf die ihn belastende Russland-Affäre zu verschwenden.



Gonzalez ist Schülerin der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, in der ein früherer Schüler am Mittwoch mit einem Schnellfeuergewehr 17 Menschen getötet hatte. Sie kritisierte Trump dafür, im Präsidentschaftswahlkampf 2016 Geld von der National Rifle Association (NRA) angenommen zu haben. "An alle Politiker, die Spenden von der NRA bekommen haben: Schämen Sie sich", schrie sie vor den mehreren Dutzend Demonstranten. "Wenn der Präsident mir ins Gesicht sagt, dass das eine schreckliche Tragödie war (...) und dass man nichts tun kann, frage ich ihn, wie viel Geld er von der National Rifle Association bekommen hat", fügte Gonzalez hinzu. "Ich weiß es: 30 Millionen Dollar." Die Schülerin forderte schärfere Waffengesetze.

In ihrer Rede wies sie die Kritik des Präsidenten zurück, wonach Nachbarn und Mitschüler die Behörden nicht vor dem späteren Schützen Nikolas Cruz gewarnt hätten. "Das haben wir getan. Immer und immer wieder", sagte Gonzalez. Die Wutrede der Schülerin mit dem fast kahlrasierten Kopf verbreitete sich rasant in den sozialen Netzwerken.

Der US-Präsident lehnt schärfere Waffengesetze ab. Nach dem Massaker in Parkland kündigte Trump einen besseren Schutz von Schulen an, zur weiten Verbreitung von Schusswaffen und zum Waffenrecht in den USA äußerte er sich aber nicht. Via Twitter warf er der US-Bundespolizei FBI falsche Prioritäten vor. Es sei "sehr traurig", dass das FBI die "vielen Signale" des Todesschützen übersehen habe, schrieb Trump am Samstag.