Rheinfelden

Park von Schloss Beuggen ist nicht mehr öffentlich zugänglich

Verena Pichler

Von Verena Pichler

Do, 09. März 2017 um 16:46 Uhr

Rheinfelden

Sigrid Grandi versteht die Welt nicht mehr: Wie in den vergangenen 25 Jahren auch wollte sie am Dienstag im Park von Schloss Beuggen spazieren gehen. Der neue Eigentümer hat das Tor jedoch abgeschlossen – der Park sei Privatbesitz.

Seit knapp einer Woche hat das Schlosshotel Beuggen geöffnet, am Sonntag können sich Interessierte beim Tag der offenen Tür von 11 bis 15 Uhr ein Bild davon machen, was aus dem historischen Gebäudekomplex geworden ist – auf Einladung des neuen Besitzers Kai Flender und des Pächters Christian Herzog.

Außerhalb solcher Gelegenheiten aber soll die Öffentlichkeit den Privatbesitz respektieren und wird mit einer langen Liste von Verbotshinweisen auf einer Tafel vor dem Eingang darauf hingewiesen: Rauchen verboten, Reiter müssen absteigen, Fahrradfahrer ebenso. Picknicken ist untersagt, Zelten ebenso. Hunde haben keinen Zutritt, Kameras dürfen nicht benutzt werden.

Also keine Fotos mehr von einem der beliebtesten Motive der Stadt? "Sie würden ja auch nicht wollen, dass man Ihr Haus fotografiert", erklärt Flender auf BZ-Nachfrage am Donnerstag. Dass es sich bei Schloss Beuggen um ein denkmalgeschütztes Haus von besonderer Bedeutung handelt, spiele dabei keine Rolle: Privat ist privat.

"Sie würden ja auch nicht wollen, dass man Ihr Haus fotografiert." Kai Flender
Das gilt künftig auch für den Schlosspark. Dessen Tore sind nun mit einer Kette und einem Vorhängeschloss gesichert. "Reiner Selbstschutz, wir hatten Probleme mit Vandalismus, Müll und vor allen Dingen Hundekot", begründet Flender diesen Schritt. Bei den Vierbeinern sei ein regelrechtes "Grünflächen-Walking" zu beobachten gewesen.

Da sich auf dem Gelände neben den Hotelgästen auch Kinder aufhalten würden, hätte er eingreifen müssen. Im Übrigen sei Schloss Beuggen immer schon Privatbesitz gewesen und das Privatrecht nur "missbraucht" worden. Dies müsse man den Bürgern erklären.

Zu denen, die sich über das Privatrecht hinweggesetzt haben, gehört demnach auch BZ-Leserin Sigrid Grandi. Wie sie in einem Leserbrief schreibt, dreht sie seit 25 Jahren jede Woche eine Runde um Schloss Beuggen, der Abschnitt durch den Park sei der schönste am ganzen Spaziergang.

Dass dieser nun der Öffentlichkeit verwehrt bleibt, könne sie nicht verstehen und wirft Flender mangelnde Sensibilität vor. Außerdem gebe es doch auch eine Art Gewohnheitsrecht, findet Grandi. Schlossherr Flender kann die Aufregung nicht verstehen: "Ich finde das völlig normal, das ist eine private Anlage und da gibt es ein paar Grundsätze."

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