Erst die Route planen, dann losklettern

Miriam Theilacker

Von Miriam Theilacker

Do, 23. August 2018

Pfaffenweiler

Batzenberger Winzerkapelle geht mit Kindern des Pfaffenweilermer Ferienprogramms bouldern.

PFAFFENWEILER. Die Batzenberger Winzerkapelle macht nicht nur Musik – sie geht auch bouldern. Jedes Jahr beteiligen sich die Mitglieder des Vereins am Ferienprogramm der Gemeinde Pfaffenweiler und lassen sich dafür immer etwas Neues einfallen. Nach einem Besuch des Opfinger Maislabyrinths im vergangenen Jahr, ging es diesmal in die Boulderhalle Boulderkitchen in Freiburg auf der Haid. Für alle, die diese Disziplin des Sportkletterns noch nicht kennen: Bouldern ist das Klettern in Absprunghöhe ohne Sicherungsseil an Fels- oder Hallenwänden.

Fünf junge Betreuer der Winzerkapelle empfingen die 20 Kinder an der Batzenberghalle in Pfaffenweiler. Von dort machten sich alle gemeinsam auf den Weg nach Freiburg. Wie die lange Warteliste an Interessenten zeigte, war das Angebot wieder sehr begehrt. Verantwortlich für die Organisation war dieses Jahr Anna-Lena Jenne. Seit neun Jahren ist die 18-Jährige an der Querflöte Mitglied der Batzenberger Winzerkapelle. Im vergangenen Herbst wurde sie zur Jugendvertreterin gewählt und organisiert so Ausflüge für die Jugend. Als Kind war sie früher selbst bei einigen Angeboten des Ferienprogramms dabei.

Von den Betreuen war zuvor noch keiner bouldern. Bevor es also an die Kletterwand gehen konnte, mussten natürlich die Grundregeln geklärt werden. Dabei wurde die Gruppe von Trainer Linos unterstützt. Der Geografie-Student arbeitet neben dem Studium in der Boulderhalle und gibt dort Gruppen- und Einzelkurse oder betreut Schulausflüge sowie Kindergeburtstage. Um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten, war es wichtig, Abstand von den Wänden zu halten, falls ein anderer Kletterer abspringen musste oder stürzte. Zudem durfte jeweils nur eine Person an einer Route klettern.

Die Boulderregeln besagen außerdem, dass man sich zu Beginn für eine Kletterroute entscheidet, die dann durch Griffe in einer bestimmten Farbe gekennzeichnet ist. Auf dem Weg nach oben dürfen nur Griffe in derselben Farbe benutzt werden. Die grünen, blauen oder pinken Griffe geben dabei zusätzlich den Schwierigkeitsgrad der Route an. Anfänger starten mit der einfachen gelben Route. Die Anfangspunkte für die Hände sind außerdem mit Zetteln markiert. Bis man eigene Techniken entwickelt, sei es wichtig anderen Kletterern zuzuschauen und einfach mal auszuprobieren, rät Linos. Bevor man an die Wand gehe, solle man sich erst die Route anschauen und überlegen, wo es langgehen könnte und wo die Schwierigkeiten liegen. "Es ist vor allem wichtig, aus den Beinen zu klettern, um Kraft zu sparen", so Linos.

Zum Aufwärmen spielten die Kinder eine Runde "Feuer, Wasser, Sturm". Auf die Kommandos des Trainers mussten sie sich unter den Felsvorsprüngen vor dem Sturm verstecken, oder sich in den Höhen der Wand in Sicherheit bringen. Danach konnte es losgehen. Viele der Kinder hatten schon erste Erfahrungen mit dem Sport gemacht. Felicitas ist sogar seit einem knappen Jahr in der Kinderbouldergruppe und regelmäßig zum Üben in der Halle. "Am schwierigsten ist es, um die Ecken von den Felsvorsprüngen zu klettern", erklärt die neunjährige Lou. Dabei sei Kraft und auch mal eine ordentliche Portion Schwung gefordert.

Für die meisten Kinder waren aber vor allem die speziellen Boulderschuhe ein Dorn im Auge. Sie sind relativ eng und unbequem, aber dennoch wichtig, um den Füßen den richtigen Halt zu geben. Auch die Hände wurden natürlich beansprucht, da kam es auch schon mal zu einer aufgerissenen Blase. Nach all der Anstrengung und dem Spaß mussten sich dann Kinder sowie Betreuer erholen. Das geplante Grillen musste aufgrund des Wetters leider abgesagt werden. Aber eine Alternative war schnell gefunden: So ging es zum Abschluss zurück in die Batzenberghalle, wo Brezeln auf die ausgepowerten Sportler warteten.