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28. Juli 2012

Auf der falschen Seite

Geisterfahrer aus Versehen: Seitlich anhalten und sofort aussteigen.

  1. Geisterfahrer auf der Autobahn Foto: : Allianz Versicherung/GP

Falschfahrer auf Autobahnen und gut ausgebauten Bundesstraßen sorgen immer wieder für Alarmstimmung. Wichtig ist deshalb, richtig zu reagieren, sollte es dazu kommen. Denn passieren kann es theoretisch jedem Autofahrer. Die falsche Auffahrt nehmen, und schon ist man als Geisterfahrer unterwegs. In Baustellen, an unübersichtlichen Stellen oder bei Urlaubsfahrten im In- und Ausland ist die Gefahr besonders groß.

In so einem Fall heißt es: Das Auto weit am Rand abstellen und so schnell wie möglich raus aus dem Wagen. "Auf keinen Fall sollte gewendet werden", sagt Joseph Harrer vom Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD). In den meisten Fällen sortierten sich Geisterfahrer, in der Annahme, richtig unterwegs zu sein, aus ihrer Sicht rechts ein und landeten auf der eigentlichen Überholspur. "Dort passieren die meisten Unfälle mit Geisterfahrern."

Aus der Perspektive der Falschfahrer gelte: "So weit wie möglich rechts ranfahren." Für den Fall, dass Betroffene ihr Fehlverhalten schon am Ende der eigentlichen Ausfahrt bemerken, also bevor sie die Autobahn oder mehrspurige Straße überqueren, sollten sie auf dem Standstreifen anhalten.

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Sobald das Auto steht, seien Geisterfahrer rechtlich dazu verpflichtet, das Warnblinklicht anzuschalten, das Warndreieck aufzustellen und die Polizei zu rufen. "In der Praxis sieht das aber meistens anders aus. Die Fahrer vermeiden den Anruf aus Angst vor Strafe und versuchen zu wenden", sagt Harrer. Auf Geisterfahrten stehe in der Regel der Führerscheinentzug. Besteht beim Aufstellen des Warndreiecks Gefahr für Leib und Leben, sollten sich Autofahrer laut Harrer direkt in Sicherheit bringen. "Meistens bietet der Bereich zwischen den Leitplanken auf dem mittleren Grünstreifen den besten Schutz."

Für die Hauptreisezeit im Sommer erwartet der ARCD wieder steigende Fallzahlen. "In den meisten Fällen wenden Autofahrer oder setzen zurück, wenn sie eine Ausfahrt verpasst haben", erklärt Harrer. Doch das ist lebensgefährlich. Es gilt: Bis zur nächsten Ausfahrt weiterfahren und dann auf der korrekten Seite wieder zurück. Auch Autofahrer, die in der richtigen Richtung unterwegs sind, müssen aufpassen. Kommt eine Warnmeldung im Radio, sollten sie sofort auf die rechte Fahrspur wechseln, das Tempo drosseln und auf keinen Fall überholen, rät die Deutsche Verkehrswacht. Das Autoradio bietet den besten Schutz davor, einem Geisterfahrer in die Quere zu kommen. Verkehrsmeldungen weisen meist sehr schnell auf die Gefahr hin und sollten daher auf der Autobahn aufmerksam verfolgt werden, so die Verkehrswacht.

Autor: Stefan Weißenborn (dpa)