Haltung zeigen am Lenkrad

Max Friedhoff (SP-X)

Von Max Friedhoff (SP-X)

Sa, 19. August 2017

Auto & Mobilität

BZ-RATGEBER: Die richtige Sitzposition erhöht die Sicherheit und verhindert Rückenschmerzen.

Wer hinter dem Steuer eine falsche Haltung einnimmt, muss nicht nur mit Rückenschmerzen rechnen. Wenn es ernst wird, beeinträchtigt eine falsche Sitzposition das Reaktionsvermögen und kann so die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls erhöhen. Daher ist es wichtig, sowohl Sitz als auch Lenkrad individuell auf den eigenen Körper einzustellen.

Die Höhe des Sitzes bestimmt die Rundumsicht und sollte möglichst so gewählt werden, dass man als Fahrer einen guten Überblick behält, erklärt der ADAC. Über die Längsverstellung wird zudem der Abstand zum Armaturenbrett so eingestellt, dass die Knie beim Durchtreten der Pedale nicht durchgestreckt sind. So hat man mehr Kraft bei einer eventuell notwendigen Vollbremsung, zudem beugt es Knieverletzungen vor.

Wichtig ist es außerdem, die Rückenlehne möglichst aufrecht einzustellen. Das schont den Rücken und bringt den Kopf näher an die Kopfstütze, welche diesen im Falle eines Falles aus einer kürzest möglichsten Distanz abfangen soll, um Verletzungen speziell im Genick zu verhindern. Die Kopfstütze sollte so eingestellt sein, dass ihre Oberkante mit dem Scheitel abschließt. Die Sitzhöhe passt, wenn sich die Augen des Fahrers etwa auf halber Höhe der Windschutzscheibe befinden. Hat das Auto eine Lordosenstütze, die den Lendenbereich stützt, sollte diese eng an der Wirbelsäule anliegen.

Die Position des Lenkrads wird so gewählt, dass das Handgelenk bei leicht ausgestrecktem Arm auf der Oberseite des Lenkrads liegt, ohne die Schultern dabei von der Rückenlehne des Sitzes nehmen zu müssen. So werden eine ausreichende Bewegungsfreiheit und genügend Platz für mehrmaliges Umgreifen ermöglicht. Während der Fahrt sollten die Hände auf einer Position zwischen "viertel vor neun" und "zehn vor zwei" liegen, rät der Automobilclub. Das ermöglicht die höchstmögliche Kontrolle über das Fahrzeug – auch in kritischen Situationen.

Wer im Auto mehr liegt als sitzt, bringt sich und andere in Gefahr. Laut den Unfallsachverständigen der Prüforganisation Dekra sprechen mehrere Gründe dagegen, sich lässig hinters Lenkrad zu lümmeln: Bei ungünstiger Sitzposition sei es kaum möglich, ein Auto unter Kontrolle zu halten und in schwierigen Situationen optimal zu reagieren. Außerdem verliere der Fahrer leicht den Überblick über das Verkehrsgeschehen, wenn er nur knapp über die Gürtellinie des Fahrzeugs blicken kann: Zum Beispiel seien Kinder am Straßenrand schlechter zu sehen, warnen die Dekra-Experten. Und bei einem Unfall gehe der Schutz durch Sicherheitsgurt und Airbags teilweise oder ganz verloren. Es bestehe die Gefahr, dass der Fahrer unter dem Gurt durchrutsche und so schwer verletzt wird.