Stromer für die Straße

Fabian Hoberg

Von Fabian Hoberg (dpa)

Sa, 09. Februar 2019

Auto & Mobilität

Die Autohersteller haben für dieses Jahr neue reine Elektroautos angekündigt.

Der Markt für Stromer wächst: In diesem Jahr bringen Hersteller neue reine Elektroautos auf die Straße. Vom Stadtflitzer über ausgewachsene SUVs bis zum Transporter für Handwerker reicht die Bandbreite.

Mit den für 2019 angekündigten Neuheiten nimmt die Bandbreite zu, und die Einsatzzwecke werden vielfältiger. Das beobachtet Andreas Radics von der auf die Autoindustrie spezialisierten Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors. "Mit Blick auf die bereits verfügbaren E-Autos und die Modelle, die für die nächsten Monate angekündigt sind, gibt es mittlerweile mehrere Fahrzeugmodelle für jede Kundengruppe." Nur für Handelsreisende mit mehreren hundert Kilometer Fahrleistung am Tag fehle das uneingeschränkt passende Gefährt.

Ein (unvollständiger) Überblick über die angekündigten Neuheiten: Der e.Go Life der e.Go Mobile AG aus Aachen ist laut Radics für Flottenbetreiber eine Alternative zu konventionellen Kleinwagen. Mit neuen SUVs wie dem Audi E-Tron, Kia Niro oder Mercedes EQC werden Fahrer bedient, die Wert auf viel Platz legen. Hinzu kommen Elektro-Transporter, die Mercedes und VW dieses Jahr auf den Markt bringen will.

Neben Preis und Design sind bei der Auswahl eines E-Autos einige weitere Kriterien wichtig. Reichweite, verfügbare Ladeinfrastruktur sowie Ladegeschwindigkeit sind Schlüsselkriterien für den Erfolg der E-Autos allgemein, meint Radics. Die Reichweiten der Autos seien aber noch immer nicht uneingeschränkt alltagstauglich. Marcel Mühlich vom Auto-Club Europa (ACE) rät, in Betracht kommende Fahrzeuge auf diesen Aspekt hin zu testen, weil die Angaben der Hersteller von der Realität abweichen können. Viele Modelle lassen sich mit unterschiedlich großen Batterien bestellen. Es gilt aber: Je höher die Reichweite, desto mehr kostet das Modell.

"Das E-Auto lohnt sich aufgrund seiner eingeschränkten Reichweite eher für Pendler die täglich 30 bis 50 Kilometer Fahrtweg haben", sagt Mühlich. Die Fahrt zur Arbeit und zurück ist für Akkus in der Regel kein Problem.

Trotz Umweltprämie kosten Elektroautos mehr als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Die E-Auto-Förderung in Höhe von 4000 Euro für Fahrzeuge bis maximal 60 000 Euro gleiche das laut Mühlich nur teilweise aus. "Deshalb sollten Interessierte prüfen, ob das E-Auto zu ihren Fahrgewohnheiten passt." Vor allem Langstreckenfahrer würden mit einem konventionellen Antrieb oft günstiger fahren.

Eine Alternative sind gebrauchte E-Autos: Hier muss laut Mühlich eine hohe Laufleistung nicht abschrecken, weil in Elektroautos weniger Teile verschleißen. Der kritische Punkt sei hier der Zustand der Batterie, deren Kapazität nach 2000 bis 8000 Ladezyklen nachlasse.