Träger für die Räder

Claudius Lüder

Von Claudius Lüder (dpa)

Sa, 14. April 2018

Auto & Mobilität

Autofahrer haben eine Auswahl, wenn sie Fahrräder transportieren wollen.

Das Fahrrad ist ein praktischer Begleiter am Urlaubsort. Doch wie Autofahrer ihr Fahrrad am besten dorthin transportieren, will gut überlegt sein. Denn längst nicht jeder Fahrradträger hält, was er verspricht. Jedes System hat Vor- und Nachteile.

"Eine pauschale Aussage, welche Art von Trägersystem die beste ist, lässt sich nicht treffen", sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC). Am schonendsten ist der Transport im Auto. "Allerdings funktioniert das nur mit Kombis oder Vans. Für normale Pkw muss man oft die Räder ausbauen", sagt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad: "Nachteil am Transport im Innenraum ist, dass die Zahl der Sitzplätze und auch die weiteren Zuladungsmöglichkeiten durch die Räder eingeschränkt werden." Dafür aber seien die Räder bestens geschützt.

Der Klassiker ist der Dachtransport. Der Vorteil: Bei diesen Systemen sind sowohl Heck als auch Kofferraum weiter nutzbar. Die Liste der Nachteile jedoch ist lang. Sie reicht vom hohen Luftwiderstand über den dadurch erhöhten Spritverbrauch bis zur unkomfortablen Montagehöhe. Die Folge seien oft Kratzer am Wagen. Mit Preisen von rund 200 Euro an gehören die Dachsysteme ebenfalls noch zu den günstigeren Varianten am Markt. Dachträger fallen aber immer wieder auch bei Praxisprüfungen durch, weil Räder auf dem Dach schnell instabil werden.

Alternativ sind Heckträger möglich. Montiert werden sie an der Heckklappe von Kombis, es gibt aber auch Modelle für Limousinen und sogar Cabrios. "Das Fahrzeug muss aber dafür auch zugelassen sein", schränkt Koßmann ein. Ein Kombi mit einer Heckklappe aus Vollglas beispielsweise komme nicht infrage. "Ein Nachteil der Heckträger ist zudem die eingeschränkte Sicht nach hinten."

Empfohlen von den Experten werden Systeme für die Anhängerkupplung. "Durch die geringe Höhe sind sie leicht zu beladen und manche Modelle haben sogar eine Auffahrschiene für die schweren Elektroräder", sagt Filippek. Ist der Träger mit einer Abklappvorrichtung ausgerüstet, kann sogar die Heckklappe weiterhin genutzt werden. "Ein großer Vorteil ist die schnelle leichte Einpunktbefestigung sowie die Tatsache, dass die Räder nicht über Kopf auf das Autodach gehievt werden müssen. Zudem sind sie im Windschatten des Autos und verursachen weniger Geräusche und geringeren Kraftstoffmehrverbrauch als beim Dachtransport." Auch der niedrigere Schwerpunkt wirkt sich positiv aus. Preislich rangieren die Kupplungsträger allerdings an der Spitze. Rund 350 bis 500 Euro müsse für ein gutes System investiert werden, heißt es. Hinzu kommen unter Umständen die Kosten für eine Anhängerkupplung. Als Höchstgeschwindigkeit empfehlen Hersteller meist 120 Stundenkilometer. Diese sollte eingehalten werden.