Deutsch-französisches Projekt

So reagieren Natürschützer auf die Seilbahn-Idee des Europaparks

Karl Kovacs

Von Karl Kovacs

Mi, 07. November 2018 um 17:28 Uhr

Rust

Die Seilbahn-Idee des Europa-Parks hat viele überrascht. Neben positiven gibt es auch negative Reaktionen. Dass die Bahn möglicherweise durch das Taubergießen führen soll, besorgt Naturschützer.

Die vom Europa-Park betriebenen Pläne, eine Seilbahn als Verbindung ins Elsass zu bauen, rufen ein geteiltes Echo hervor. In den sozialen Medien äußern viele Nutzer Bedenken, weil die Bahn über dem Naturschutzgebiet Taubergießen schweben könnte. Sie sorgen sich um die besondere Fauna und Flora in dem Gebiet.

Diese Sorge treibt auch Vertreter des Naturschutzbunds (Nabu) Ettenheim um. "Jede Baumaßnahme führt zu Eingriffen in den Naturhaushalt. Es steht immer die Frage der Erheblichkeit im Raum. Sicher erheblich würden die Baumaßnahmen an den Tragmasten sein und deren Fundamente", sagt der frühere Vorsitzende Thomas Ullrich. Sollte die Bahn in zwei bis fünf Jahren gebaut werden, dürfe "es zu keinerlei Eingriffen in den Wasserhaushalt des Gebietes kommen". Zudem sollte sich die Bauzeit auf das Winterhalbjahr beschränken. Sonst könnten die überwinternden Vögel verunglücken.

Taubergießen-Vergrößerung als Ausgleich für Eingriffe

Hans Joachim Gorny, stellvertretender Vorsitzender des Nabu Ettenheim, kann dem Vorhaben nichts abgewinnen: "Ein Naturschutzgebiet ist für wilde Tiere gedacht, nicht für wild gewordenes Investment." Sollte die Seilbahn dennoch gebaut werden und in Teilen über das Taubergießen verlaufen, müsse es einen Ausgleich geben. Gorny denkt an eine Vergrößerung des Gebiets, damit brütende Vögel eine Ausweichmöglichkeit bekommen.

Dem Regierungspräsidium (RP) Freiburg wurde die Idee des Europa-Parks "kürzlich vorgestellt". In einer Stellungnahme heißt es: "Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer begrüßt den innovativen Ansatz zur Reduzierung des Individualverkehrs und damit von Schadstoffimmissionen." In den kommenden Wochen werde das RP Gespräche mit dem Europa-Park führen und mit allen zu beteiligenden Behörden das Genehmigungsverfahren sowie die zu prüfenden Aspekte festlegen. Dass das Vorhaben in einer hochwertigen Landschaft geplant sei, stelle eine besondere Herausforderung dar. In einer ersten Prüfung fand das Landratsamt Ortenaukreis "keine absoluten Ausschlusskriterien", wie die Behörde mitteilt.