Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

19. Juni 2009

Reiskulturen für den Kaiserstuhl

In Eichstetten versuchen zwei Deutschpakistani und Helfer den Reisanbau auf einem bewässerten Feld einzuführen.

EICHSTETTEN. Das Nahrungsmittelangebot des Wein- und Gemüsedorfes Eichstetten abrunden könnte künftig die Ernte von jüngst gesetzten Reispflanzen. Auf einer annähernd 100 Quadratmeter großen Versuchsfläche wurden von Maaz Ullah Bhatti und Aman Ullah Bhatti, sowie dem promovierten Biologen Thomas Gladis, rund 20 Sorten Reis gepflanzt.

Unter diesen Sorten sind sowohl Rund- als auch Langkornsorten mit klangvollen Namen wie "Basmati Kanaat", "Basmati Super Cornet", "Basmati Super Fine", aber auch "Thaibonnet" und "Bomba". Letzterer sei der Lieblingsreis der Spanier, erwähnte Gladis. Gerne hätte man auch den kanadischen Wasserreis auf seine Anbaueignung getestet, doch davon habe man kein lebensfähiges Saatgut erhalten können. Freiland-Anbauversuche habe es in Deutschland schon mehrfach gegeben, doch Gladis findet die Niederungen um den Kaiserstuhl von der Naturausstattung her besser geeignet als andere Regionen. Hier ist das Klima mild und sonnig und genügend Wasser vorhanden. Deshalb sei schon im vergangenen Jahr auf einer kleinen Fläche ein Versuch unternommen worden, doch der gewählte Standort war zu schattig, der Reis sei zwar zur Blüte gekommen, aber nicht ausgereift. Nunmehr sei in Abstimmung mit der Gemeinde im Umfeld der Herrenmühle ein geeignetes Grundstück gefunden worden.

Werbung


Ende April wurden 20 Sorten gesät und von der Gärtnerei Hiss-Bartels-Feldmann bis zum Auspflanzen betreut. Viele verschiedene Sorten wurden vor allem deshalb gewählt, weil ein breites Spektrum an Ökotypen und Herkünften getestet werden soll. Sorten aus Pakistan stehen nun neben solchen aus Spanien oder solchen, die in Deutschland im Gewächshaus kultiviert wurden. Angelegt wurden zwei Beete, ein tieferes, in dem das Wasser sich besser staut, und ein höher gelegenes in der Art, wie Reisbeete in Pakistan vorbereitet werden. In beiden stehen die gleichen Sorten. Das Ganze kann, so Gladis, als Experiment verstanden werden, wie man auf weitere Klimaveränderungen reagieren könnte, um ein in Deutschland seit langem und in großem Umfang genutztes Nahrungsmittel direkt zu produzieren. Der aus Pakistan stammende Maaz Ulla Bhatti, der in Eichstetten eine neue Heimat gefunden hat, ist jedenfalls überzeugt, dass der Versuch gelingt. Aus seiner Sicht könnte dann in den Folgejahren auf einer Fläche von einem Hektar Reis erfolgversprechend angebaut werden.

Autor: Gustav Rinklin