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22. April 2015

Bewusstsein bannt die Suchtgefahren

Auftaktveranstaltung zur Präventionsdekade mit mehr als 200 Siebtklässlern im Campus / Zehn Tage Workshops und Kurse.

  1. Lauter Siebtklässler: Bei der Auftaktveranstaltung zur Präventionsdekade war der Campus rappelvoll. Foto: Ralf Staub

  2. Peter Eichin stellt den Schülern die Villa Schöpflin vor. Foto: Fotos: Staub

RHEINFELDEN. Wenn das Interesse der Jugendlichen in den nächsten zehn Tagen so groß bleibt wie bei der Auftaktveranstaltung am Dienstag, dann ist der Präventionsdekade "Rausch, Sucht ... und Du?" garantiert ein großer Erfolg beschieden: Weit mehr als 200 Siebtklässler der Schillerschule, der Gertrud-Luckner-Realschule und der Eichendorffschule ließen sich von Andreas Kramer, dem Leiter des Jugendreferats, den Schulleitern Birgit Barth und Hans Peter Brugger einladen, sich an Workshops und Projektarbeiten zu beteiligen.

"Wir wollen hier Themen behandeln, bevor etwas passiert, was man nicht will", beschrieb Andreas Kramer das Ziel der Prävention, die zum ersten Mal in dieser Form in Rheinfelden stattfindet. Hans Peter Brugger (Schillerschule) ging auf Alkohol als "Alltagsgetränk" ein und wünscht sich, dass sich die Zielgruppe mit den Fragen beschäftigt "Wie gehe ich damit um? Wann ist es schädlich?" "Deutlich schädlicher" als Alkohol seien illegale Drogen, so der Schulleiter, und mahnte, die Finger davon zu lassen. Birgit Barth (Gertrud-Luckner-Realschule) sieht auch übermäßige Spielsucht bei Jugendlichen als großes Problem und ermunterte die Jugendlichen, die die vielen Angebote wahrzunehmen und Neues zu entdecken, "damit es einem nicht langweilig wird".

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Peter Eichin, Geschäftsführer der Villa Schöpflin in Brombach, stellte die kreisweit tätige Einrichtung vor: "Unsere Arbeit soll verhindern, dass jemand süchtig wird", erklärte er, allerdings wolle niemand den Jugendlichen Alkohol verbieten, "aber wir wollen darauf hinweisen, welche Risiken bestehen". Das Haus steht jedermann offen, der Fragen um Umgang mit Fragen oder sich Sorgen um Freund oder Freundin macht. "Die Villa Schöpflin ist ein bisschen wie ein Fitnessstudio, nur nicht für die Muskeln, sondern für die Seele".

Eichin verdeutlichte den 12- bis 15-Jährigen auch, dass sie für viele Dinge in ihrem Leben auch selbst verantwortlich sind: Etwa wenn sie von der Polizei mit einem Joint erwischt werden und dann keinen Führerschein machen dürfen – oder nur mit erheblich höheren Kosten.

Das Organisationsteam mit Andreas Kramer, Jasmin Konrad (beide Jugendreferat), Christine Tortomasi (Quartiermanagement Soziale Stadt), Markus Schwarz (Caritas, Schulsozialarbeit Schillerschule) und Kristin Lenk (SAK, Schulsozialarbeit Realschule) hat ein zehntägiges Programm zusammengestellt, das in direkter Zusammenarbeit mit den Schulen stattfindet. Dazu kommen verschiedene Sportangebote wie Klettern oder Nachtsport. Weitere Kooperationspartner sind die Polizei, das Landratsamt, das Kreismedienzentrum, Up with People und der DRK-Ortsverein. Letztere sind an zwei Tagen mit Rettungswagen und -sanitätern auf dem Campus präsent, um Jugendlichen aus ihrer Erfahrung mit Leuten mit Alkoholvergiftung zu berichten. Die Angebote richten sich in erster Linie an die Jugendlichen selbst, es findet allerdings auch ein Elterninfoabend statt. Die Präventionsdekade endet am 30. April mit einem Fachvortrag in der Stadtbibliothek.

PRÄVENTIONSDEKADE

Neben Angeboten für die Schulklassen gibt es öffentliche Veranstaltungen.

Sonntag, 26. April:

14 bis 17 Uhr Streetsoccerturnier auf dem Friedrichplatz. Mannschaften bis 14 Jahre treten mit fünf Spielern plus einem Auswechselspieler an, ab 15 Jahre mit vier Spielern plus einem Auswechselspieler. Anmeldung ab 13 Uhr bei der Turnerleitung.

Dienstag, 28. April:

19 Uhr, Jugendhaus, "InBetween – Vortrag und Filmszenen"; Stärkung der Persönlichkeit als Präventionsansatz; Diskussionsveranstaltung für Eltern, Lehrer und Fachkräfte

Donnerstag, 30. April:

19.30 Uhr Stadtbibliothek, Fachvortrag von Jeanette Piram "Was Jugendlichen am Suchtmittelkonsum so gefällt – Suchtentstehung und unsere Rolle als Eltern/Pädagogen"  

Autor: BZ

Autor: Ralf Staub