Blicke gegen Diskriminierung

Leony Stabla

Von Leony Stabla

Do, 15. März 2018

Rheinfelden

Im Rahmen der Rheinfelder Präventionsdekade wurde die Ausstellung "Der z/weite Blick" gezeigt.

RHEINFELDEN (lys). Noch heute zeigt das Jugendreferat im Rahmen der Rheinfelder Präventionsdekade die Ausstellung "Der z/weite Blick" im Foyer des Rathauses. Die Wanderausstellung des Archivs der Jugendkulturen geht in 22 Displays ausführlich auf verschiedene Richtungen der Ausdrucksmöglichkeiten Jugendlicher ein und soll den Blick für Diskriminierungen schärfen.

Auf den ersten Blick gibt es hier sehr viel zu lesen, was scheinbar leider zuerst einige Rathausbesucher abschreckt, doch diese Ausstellung ist definitiv einen zweiten Blick wert. Ob Musikrichtungen wie beispielsweise HipHop, Metal, Punk, Pop oder Rock, oder Hobbys und Lebenseinstellungen wie Skateboarding, Gaming oder Cosplay, die Macher versuchen, jede Ausdrucksmöglichkeit Jugendlicher wertfrei zu erklären und vorzustellen.

Die Ausstellung zeigt, dass es für Jugendliche wichtig ist, sich von bestehenden Normen abzugrenzen und sich trotzdem mit ähnlich denkenden Menschen zu umgeben. Allein die Trennung der Gruppierungen untereinander hat schon den Kern der Diskriminierung in sich, dies möchte die Ausstellung vermitteln und versucht, die Augen für Unterwanderung durch Rassismus, Sexismus, Antisemitismus oder Homo- und Transfeindlichkeit zu öffnen.

Dazu erklärt sie diese Gesinnungen ausführlich und zeigt, wie sich im Netz Hetzereien rasant verbreiten. Trotzdem sagt sie auch, dass dies keine Erscheinung der Neuzeit ist, dass aber das Internet eine bisher nie da gewesene Verbreitungsmöglichkeit bietet.

"Die bewusste Verbreitung von Falschmeldungen zur gezielten Beeinflussung der öffentlichen Meinung gibt es seit Jahrtausenden", so der Text auf einer der Leinwände, "und doch erhalten diese Spielarten von Manipulation, Propaganda und Diskriminierung online neue Bedeutungen und eine andere Dimension."

Besonders schön ist es, dass die Ausstellung nicht nur negative Dinge hervorhebt, sondern auch Gruppen, Initiativen und Anlaufstellen vorstellt, die aktiv gegen Diskriminierung vorgehen und sich für "Gleichwertigkeit und Gerechtigkeit einsetzen". Wer ein bisschen Zeit mitbringt, kann aus dieser Ausstellung sicher einiges mit nach Hause nehmen.