Ein abwechslungsreicher Abschied

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Do, 04. Oktober 2018

Rheinfelden

Nach 32 Jahren als Cellolehrer an der Musikschule Rheinfelden sagte Thomas Himmler bei einem Konzert musikalisch Adieu.

RHEINFELDEN. Der Applaus wollte kein Ende nehmen beim Abschiedskonzert von Thomas Himmler im vollbesetzten Orffsaal der Musikschule. Musikalisch erfüllt, vielseitig und emotional war das Konzert, mit dem sich der 65-jährige Cellist nach 32 Jahren als Cellolehrer an der Musikschule in den Ruhestand verabschiedete.

Es herrschte gelöste Atmosphäre beim Heimspiel des in Rheinfelden aufgewachsenen Musikers und Cellopädagogen, der in den ausgewählten Stücken das farbige Klangspektrum und die virtuosen Spieltechniken seines Instruments voll ausschöpfen konnte. Himmler spielte Werke, die ihn während seiner langen Musiker- und Lehrerlaufbahn begleitet haben. Im ersten Teil wurde er am Flügel feinfühlig von seinem Lehrerkollegen, dem Pianisten Carl-Martin Buttgereit, begleitet.

Der Cellist eröffnete den Reigen mit dem konzentriert gespielten Präludium aus Bachs erster Suite. Rhythmisch pointiert, mit geschmeidigem Bogen und beweglichem Strich, voller Verve und Spielwitz interpretierte er drei Miniaturen "Microjazz" von Christopher Norton. Spieltechnisch gewandt, mit schlank und wendig geführtem Bogen, spielte er dann ein Scherzando von Haydn. In Edward Elgars "Salut d‘Amour" ließ Himmler sein Cello schwelgerisch "singen". Ebenso kantabel zelebrierte er "Der Schwan" von Saint-Saens. Mit agilem, tänzerischem Bogenstrich und sprühender Vitalität spielte er eine Tarantella von William Squire und eine spritzige Gavotte von David Popper. In "Ein Männlein steht im Walde" ließen es der Cellist und sein Klavierpartner rockig grooven. Eindringlich klang ein jiddisches Lied, in dem sich ein Rabbi in Trance tanzt.

Ganz andere Seiten und Musikwelten offenbarte Himmler im zweiten Programmteil, in dem er sich auch als Sänger mit ausgebildeter und wohlklingender Stimme einbrachte. Aus seiner Vertonung der Streiche von Max und Moritz führte er die Episode vom Lehrer Lämpel auf, humorig und prägnant in barockem Stil mit Anspielungen auf Bach-Zitate. In raffinierter Zupftechnik brachte der Cellist einen Beatles-Song in deutscher Version "Schwedisches Holz". Als originelle Kabinettstückchen erwiesen sich Himmlers Vertonungen von Ringelnatz und Kästner, die musikalisch pointiert den hintergründigen Humor und die Ironie dieser Texte aufgreifen. Als gewitzter Musikkabarettist präsentierte sich Himmler in Franz Hohlers "Die Macht der Musik", einem Loblied auf die Musik.

Als Zugaben legte der vielseitige Musiker, der als zweites Instrument auch Klavier spielt, noch einen flotten Boogie Woogie und die witzige Nummer von den "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" hin. Musikschulleiter Bernward Braun hielt eine Laudatio auf den sehr engagierten, geschätzten Cellolehrer, Linda Kaszuba dankte ihm im Namen der Schüler. Eine Cellogruppe aus aktuellen und ehemaligen Schülern spielte für Thomas Himmler den Matchbox-Boogie: eine gelungene Überraschung, über die sich der scheidende Cellolehrer sehr freute.