Erst der Rekord, dann die Selfies

Daniel Thoma

Von Daniel Thoma

Mo, 31. Juli 2017

Leichtathletik (regional)

Nicht nur die internationalen Leichtathleten bieten beim 29. Rheinfelder Nachtmeeting spannende Wettkämpfe.

LEICHTATHLETIK. Das Rheinfelder Nachtmeeting ist das einzige dieser Art in der Region. Folglich zieht es zahlreiche Sportler aus Südbaden, aber auch aus dem Ausland an. In diesem Jahr sind rund 200 Leichtathleten im Europastadion angetreten, und die Höhepunkte im international besetzten Teilnehmerfeld blieben nicht aus.

Jermaine Gayle war ein gefragter Mann im Europastadion. Immer wieder hieß es: Kurz still halten und in die Kamera schauen. Zahlreiche Nachwuchsathleten wollten ein Selfie mit dem 26-jährigen Jamaikaner. Athleten wie Gayle sorgen regelmäßig für das internationale Flair beim Nachtmeeting, und darüber hinaus setzen sie auch ebenso regelmäßig sportliche Höhepunkte. Im Fall von Gayle war dies ein neuer Meetingrekord über 400 Meter. In 46,94 Sekunden unterbot er die alte Bestmarke – aufgestellt 1996 von Patrick Wauer (LG Karlsruhe) – um 0,69 Sekunden. Gayle, eigens für diesen Wettkampf angereist, äußerte sich "sehr glücklich über den neuen Stadionrekord". Auf Platz zwei folgte sein Landsmann Kavon Nelson (47,62 s), der ebenfalls unter dem alten Rekord geblieben war.

In zwei weiteren Disziplinen kamen die Sieger ebenfalls aus Jamaika: Chad Wright siegte beim Kugelstoßen mit einer Weite von 17,62 Metern. Über die 800 Meter konnte keine Läuferin der Siegerin Samantha James folgen: In 2:10,17 Minuten war sie fast 13 Sekunden schneller als die Französin Nadine Batot (ASPTT Strasbourg). Den mittlerweile 23 Jahre alten Meetingrekord der US-Amerikanerin Christina Gentile (2:09,52 min) verpasste James nur knapp. Auch die Bestmarke über 400 Meter der Frauen wackelte im Europstadion: Ekundayo Sogbesan (USA) benötige für die Stadionrunde 54,04 s und verfehlte den Rekord lediglich um 69 Hundertstelsekunden.

Doch boten nicht nur die internationalen Starter den Zuschauern spannende Wettkämpfe, sondern auch die Athleten aus der Region – beispielsweise im U-20-Weitsprung. David Hoffmann (ESV Weil) gelang mit seinem letzten Sprung sein bester Versuch: 6,13 m. Doch hatte Robin Kummle (TV Wehr) bereits 6,16 m vorlegt. "Die Saison ist nicht so gut für mich gelaufen. Ich bin mit der heutigen Saisonbestleistung sehr zufrieden", resümierte Kummle.

Sophie Litschka vom TV Wehr siegte über 800 Meter (2:29,14 min) und belegte Platz zwei beim Hochsprung (1,48 m). Muriel Kempf (Weil) gewann mit der gleichen Höhe – sie hatte sich im Wettbewerb einen Fehlversuch weniger geleistet. Eine knappe Entscheidung gab es beim Speerwurf in der weiblichen U 20: Paula Mutter (Lörrach-Stetten/28,35 m) setzte sich mit einem Vorsprung von zwei Zentimetern gegenüber Lea Streicher (TV Lenzkirch) durch.

Auf der 5000-Meter-Strecke zum Abschluss des Nachtmeetings wurde Omar Tareq (TuS Lörrach-Stetten) seiner Favoritenrolle gerecht. In 15:03,24 min distanzierte der Laufenburger die Konkurrenz deutlich.

Rundum zufrieden äußerte sich Thomas Rist, Abteilungsleiter des Veranstalters TV Rheinfelden: "Ich habe es heute richtig genossen. Das war nicht immer so. Ich war auch schon viel nervöser." Eine Änderung wird es für die 30. Austragung im kommenden Jahr geben: Dann findet das Nachtmeeting auf der renovierten Tartanbahn statt – und diese wird in blauer Farbe schimmern.