Ferien mit Pinocchio, Pfeil und Bogen

Luana Kähny und Annika Maisch

Von Luana Kähny & Annika Maisch

Mi, 31. Oktober 2018

Rheinfelden

Sowohl im Kulturpark Tutti Kiesi als auch im Stadtteiltreff Pfiffikus werden Kinder während der schulfreien Tage betreut.

RHEINFELDEN. Eine Woche lang haben die Schüler Ferien und nicht alle Eltern haben Zeit, diese mit den Sprösslingen zu verbringen. Gut, dass es in der Stadt verschiedene Angebote gibt, die garantiert keine Langeweile aufkommen lassen. Die BZ hat sich im Kulturpark Tutti Kiesi und im Stadtteiltreff Pfiffikus einmal umgeschaut.

Pfiffikus

Es hängt der Duft nach Essen in der Luft und leise klappert Geschirr: Am Montag hat das dreitägige Herbstferienprogramm des IG Spielplatzes Schwedenstraße in Kooperation mit dem Jugendreferat und dem Quartiersmanagement Oberrheinfelden des SAK begonnen – und zwar traditionell mit einem gemeinsamen Mittagessen im Stadtteiltreff Pfiffikus.

Bei Spaghetti mit Tomatensauce stärken sich haupt- und ehrenamtliche Helfer sowie die ersten Kinder, die am offenen Angebot teilnehmen wollten für das Programm, das Christine Tortomasi inhaltlich vorbereitet hatte. Zum Thema "Pinocchio" durfte sich kreativ ausgelebt werden: Es gab unter anderem die Möglichkeit, ein solarbetriebenes Karussell aus Holz und Pappe herzustellen, welches die Kinder, soweit sie fertig waren, schon gleich am ersten Tag mitnehmen durften. Beim Herstellen von Buttons, Aussägefiguren sowie einem Walfischaquarium mit Geppetto konnten die Kinder ihren gestalterischen Fähigkeiten freien Lauf lassen. Trotz des trüben Herbstwetters wurde draußen viel gewerkelt und auf dem Spielplatz ausgetobt – am Nachmittag bestand die Möglichkeit, sich drinnen bei Tee und Gebäck wieder aufzuwärmen. Statt am Holz, wie bei Pinocchio, konnten am Kürbis erste Schnitzfähigkeiten erprobt werden, sodass genug Kürbisfleisch für eine leckere Kürbissuppe für den Mittwoch übrigblieb. Das Planen der Mittagsmahlzeiten sei gar nicht so einfach, da die Anzahl der Kinder zwischen 10 und 60 variiere, meint Günther Schmidt, Quartiersarbeiter des SAK. "Alle Kinder sind willkommen, das Angebot ist offen und kostet nichts.

Viele Kinder kommen öfters her und auch einige neue, die das in der Zeitung gelesen haben", freut sich Schmidt. Auch Samira ist immer wieder gerne dabei: "Es macht einfach nur Spaß, es wird einem vorgelesen und man kann basteln." Die Geschichte des Pinocchio werde von den Stadtteilmüttern sowohl auf Italienisch als auch auf Deutsch vorgelesen, um die Zweisprachigkeit zu fördern, da viele Italiener in Rheinfelden wohnen würden, so Schmidt.

Tutti Kiesi

Mit so einem fröhlichen Hallo, dazu noch bei Regen und kaltem Wind, werden Bürgermeisterin Diana Stöcker und Cornelia Rösner, Leiterin des Amtes für Jugend, Familie und Soziales nicht alle Tage begrüßt. So war es jedenfalls, als beide am Dienstag den kleinen Gästen des Herbstferien-Programms der Dieter-Kaltenbach-Stiftung im Kulturpark Tutti Kiesi einen Besuch abstatteten, bepackt mit einem ganzen Karton Prinzen- (und Prinzessinnen)-Rollen – den Kindern als Tutti-Kiesi-Taler bekannt, die beide bei der "Mittagsrunde" als leckeren Nachtisch persönlich verteilten.

Dabei konnten Leiter Alexander Keil und sein Stellvertreter Malte Lindeman an zwei besonders aufgeweckte Kinder jeweils 100 Extra-Punkte vergeben, weil sie gewusst haben, wer die zwei "tollen, wichtigen und netten Besucherinnen" sind. Für Bürgermeisterin Stöcker war es der erste Besuch beim Ferienprogramm und sie war sehr erstaunt, wie viele Kinder dabei sind. Fast 70 Mädchen und Jungen erlebten während drei Tagen jede Menge Spiel, Spaß und Spannung. Bei einem kleinen Rundgang konnten sich Stöcker und Rösner von dem abwechslungsreichen Spiel- und Bastelangebot überzeugen, wobei sie sich zur großen Freude der Kinder bei der Bogenbau-Outdoor-Gruppe auch noch als treffsichere Schützen erwiesen.

15 Betreuer waren mit ganz viel Herzblut für die Kinder im Einsatz, unter anderem beim Papierschöpfen als ganz neuem Angebot oder in der Nähgruppe. Andere konnten eine Herbstdecke aus richtigen Blättern basteln, malen, Gruselgeschichten lauschen, Billard spielen oder in der Solarwerkstatt ein Solarmodul bauen, was dem zehnjährigen Jeremy besonders gut gefallen hat, "weil ich selber löten durfte" und vieles mehr. Sogar fürs Kartoffelschälen waren kleine Helfer gesucht, denn "wir binden die Kinder überall ein", betonte Alexander Keil.