Freiwillige machen Freude

Peter Gerigk

Von Peter Gerigk

Sa, 22. Juni 2013

Rheinfelden

Die ersten Absolventinnen streben bei der Sozialstation eine Ausbildung als Altenpflegerinnen an.

RHEINFELDEN. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) hat sich in diesem Fall besonders gelohnt: Den Freiwilligen Anna-Maria Koch und Katjuscha Ludin gefällt die Arbeit in der Sozialstation und in der Tagespflege so gut, dass sie sich für eine Ausbildung als Altenpflegerinnen bei der Sozialstation der Caritas entschlossen haben. Sie sind dort die ersten Absolventinnen des FSJ.

FSJ weckt Hoffnung
Der erste Jahrgang hat die Messlatte hoch gelegt und Hoffnung bei Liane Frey und Inge Thoma geweckt, dass bei ihnen in den Einrichtungen Freiwillige die früheren Zivildienstleistenden ersetzen könnten. Frey leitet die Kooperation von Familienzentrum und Sozialstation, Thoma die Tagespflege. Bei einer Fachtagung der Erzdiözese seien sie informiert worden, die Zahl der Freiwilligen nähere sich der der früheren Zivis; immer mehr Männer würden sich bewerben. Seit September 2012 hat der Caritasverband Hochrhein laut Frey 75 Freiwillige registriert.

Der Verband organisiert die Einteilung statt der früheren Zivildienststellen. Er kümmert sich um die Besetzung und informiert die Bewerber über ihre Möglichkeiten. Anna-Maria Koch und Katjuscha Ludin sind 19 Jahre alt. Sie erkundigten sich vor Ort nach Stellen fürs freiwillige Jahr, das dort erstmals angeboten wurde. Die Caritas in Bad Säckingen koordiniert die Einteilung und informiert über die Angebote: Es gibt FSJ, FSJ flexibel, engagiert plus und Bundesfreiwilligendienst.

Fünf Wochen Fortbildung
Koch und Ludin stellten fest, dass das Jahr ihnen – abgesehen von der monatlichen Entschädigung von 355 Euro – mehr bietet als ein Praktikum. Sie bekommen fünf Wochen Fortbildung, in denen weniger fachliche Themen behandelt werden, sondern ihnen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung geholfen wird. Koch arbeitet in der Kooperation des Familienzentrums und der Sozialstation in der ambulanten Betreuung. Als Hauswirtschafterin erledigt sie Besorgungen und putzt. Ludin hilft in der Tagespflege im Bereich Betreuung und Aktivierung, wie Gedächtnistraining und Gymnastik, und übernimmt auch leichte pflegerische Tätigkeiten.

Guter Übergang
Koch beginnt ihre Ausbildung im September, Ludin erst 2014, weil die drei Plätze schon vergeben sind. Sie verlängert das FSJ um ein halbes Jahr und schließt ein halbjähriges Praktikum an. Beide absolvierten nach der Realschule den kaufmännischen Zweig des Berufskolleg I. Koch findet, das FSJ sei direkt nach der Schule ein guter Übergang zur Berufsausbildung. Frey freut sich, dass junge Menschen bewusst der Gesellschaft etwas geben würden – und darüber, dass das FSJ eine Quelle künftiger Azubis ist.

Kontakt für Interessierte am FSJ: Liane Frey, Tel. 07623/7183 09 41, und Inge Thoma, Tel. 07623/7183 09 11.