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05. August 2015

Freundeskreis Asyl zieht neue Helfer an

Derzeit leben 440 Menschen aus 21 Nationen in der Gemeinschaftsunterkunft.

  1. Trotz Sommerhitze und Ferienzeit kamen zahlreiche Interessierte zur Mahnwache im August. Foto: Danielle Hirschberger

RHEINFELDEN. "Ich bin noch nicht aktiv dabei, wäre es aber einfach gerne!" So stellten sich bei der Mahnwache im August für das Bleibrecht von Flüchtlingen gleich mehrere Personen dem Freundeskreis Asyl vor. Trotz Sommerhitze und Ferienzeit kamen 20 Interessierte zum Rathaus, um sich angesichts steigender Flüchtlingszahlen in die Arbeit des Freundeskreis Asyl einzubringen. In der anschließenden Besprechung in den Räumen der Christuskirche stellten sich die Aktiven vor und berichteten von ihrer Arbeit.

Der Freundeskreis Asyl ist sich des großen Rückhaltes aus der Bevölkerung bewusst. Neue Mitglieder, die bereit sind aktiv mitzuarbeiten, stärken den Verein. Die Neuen hatten aber auch viele Fragen, die Herwig Popken beantworten konnte. Zur Zeit leben 440 Menschen aus 21 Nationen in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Schildgasse, davon sind 150 Kinder unter 18 Jahren. Popken berichtete, wie die Menschen überhaupt nach Rheinfelden kommen.

"Jeder Aktive bringt sich so viel ein wie er auf Grund seiner Lebensplanung kann und möchte", sagte Christine Wallaschek. Jeder Anwesende erzählte in einer Vorstellungsrunde von seinen eigenen Erfahrungen. So konnten die Neuen hören, wie breit gefächert die Möglichkeiten eines Engagements sind.

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Das Geld des Freundeskreis Asyl wird von Pfarrer Jörg Hinderer verwaltet, daraus werden Fahrkostenzuschüsse, Sprachkurse oder Aktionen wie ein Sommerfest bezahlt. Gesucht sind immer Bürger, die für die Flüchtlinge Patenschaften übernehmen und diese im Alltag begleiten, bis sie sich am Hochrhein zurecht finden.

Paten erzählten den Neulingen von anstrengenden, wunderbaren und auch kuriosen Begegnungen, aus denen oft jahrelange Freundschaften werden. Popken schilderte die Situation einer schwangeren alleinstehenden Frau, die derzeit eine Freundschaft und Begleitung sucht, und die eines Mannes aus Afghanistan, der den Taliban entkommen sei und "nun alleine im Chaos der Gefühle im Container hockt!" Gespräche und Begegnungen in der Gemeinschaftsunterkunft sind enorm wichtig. Christine Wallaschek und Herwig Popken werden die neuen Paten bei den ersten Besuchen begleiten.

Eine pensionierte Lehrerin gibt Frauen in der Gemeinschaftsunterkunft Deutschunterricht und informierte darüber, dass die Frauen aus Afghanistan Analphabetinnen seien. Andere Aktive setzen sich für die Kinder ein, dass sie Kurse außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft besuchen können.

Gesucht sind dringend Wohnungen für diejenigen, die die Gemeinschaftsunterkunft verlassen dürfen. "Es sind sichere Mieteinnahmen mit normalen Mietverträgen, es ist unverständlich, dass es so schwer ist Wohnungen zu finden", seufzte ein engagierter Aktiver.

Sprecher Popken informierte über einen Wechsel in der Gemeinschaftsunterkunft, jetzt liegt die Leitung bei Sarah Steiner und nicht mehr bei Jürgen Kempf.

Info: Das nächste Treffen des Freundeskreis Asyl findet am Montag, 17. August, 18 Uhr in der Gemeinschaftsunterkunft statt. Auf dem Programm stehen Spiele mit Kindern.

Autor: Danielle Hirschberger