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27. September 2013

Geschenkt gibt es selten etwas

Etliche Rheinfelder haben eine dubiose Gewinnmitteilung von Feinkost-Lebensmittel erhalten.

  1. Mit allerlei Versprechungen kommt die Einladung zu einer Kaffeefahrt daher. Viele Rheinfelder haben sie erhalten Foto: Ralf Staub

RHEINFELDEN. Wer will da schon Nein sagen: 500 Euro in bar, einen tollen Fernseher, sogar mit Fernbedienung, ein halbes Pfund Butter und sechs große Eier, pfundweise Parma- und Serranoschinken "sowie eine hochwertige Auswahl an diversen Spezialitäten aus aller Welt" – wem ein solches Angebot ins Haus flattert, sollte zur Sicherheit schon mal die Stirn in Falten legen und sich fragen ’Kann das wirklich sein?’. Wieso soll die Firma Feinkost-Lebensmittel mit einer Postfachadresse in 28362 Neuenland so großzügig sein? Spätestens beim Blick auf die Anmeldepostkarte zur "Gewinnübergabe am Donnerstag 10. Oktober" sollte der Groschen fallen: Vorsicht, Falle!

BZ-Leser Wolfgang Haas aus Nollingen hatte eine solche Einladung in seinem Briefkasten, adressiert an seine Frau – "Sehr geehrte Frau Haas, wir freuen uns auf Sie!" – und findet, dass solchen Machenschaften ein Riegel vorgeschoben werden sollte.

Das findet auch Dietmar Ernst von der Pressestelle der Polizeidirektion Lörrach: Sein Rat: Die Einladung, die nach den Erkenntnissen der Polizei viele Haushalte im Raum Rheinfelden erhalten haben, ins Altpapier geben, die Anmeldekarte weder ausfüllen noch zurücksenden und die Veranstaltung ignorieren. Die angeblichen Geschenke sind bloße Lockmittel: Der Fernseher wird "offeriert", die Gewinnkarte "gezogen". Ohnehin sei der genaue Veranstalter unklar.

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Falls doch jemand meint, auf Kaffeefahrt gehen zu müssen, rät Ernst sich unterhalten zu lassen, zu Essen und – falls es tatsächlich welche gibt – Geschenke mitzunehmen, aber sich niemals zu einer Bestellung oder einem Kauf verpflichtet zu fühlen. Im Fall der Feinkost-Lebensmittel klingt alles nach Essenpaketen, die vermutlich überteuert angeboten werden. Die Polizei warnt auch davor, irgendwelche Unterschriften zu leisten, wenn etwas nicht richtig verstanden worden ist. Unterschriften seien "nie reine Formsache", wie die Werber verkünden, und mündliche Absprachen sind immer unwirksam.

Und falls doch unterschrieben wird, sollte gerade auf Kaffeefahrten immer auf Unterschrift und Datum geachtet werden (Rückdatierung) und darauf, dass eine Belehrung über das Widerrufsrecht gesondert unterschrieben werden muss. Ein fehlendes oder falsches Datum erschwere das Widerrufsrecht.

Autor: Ralf Staub