Kinder wollen "etwas zum Reinpusten" probieren

Leony Stabla

Von Leony Stabla

Di, 02. Oktober 2018

Rheinfelden

Tag der offenen Tür bei der Musikschule Rheinfelden.

RHEINFELDEN. Aufgelockert durch musikalische Darbietungen im Foyer, bot die Musikschule am Samstagmorgen bei ihrem Tag der offenen Tür, Eltern und Kindern die Möglichkeit, die verschiedenen Instrumente des breit gefächerten Unterrichtsangebots kennenzulernen und auszuprobieren und sich über die musikalische Grundstufe zu informieren, was rege genutzt wurde.

Los ging es gleich im Foyer mit den rockigen Klängen des Songs "Ironic", intoniert von der Band Red Moon. Noch etwas schüchtern schmiegten sich dabei die meisten Kinder an die Beine ihrer Eltern, da sie nicht so genau wussten, was sie erwartete. Nach und nach begannen aber die meisten, zaghaft mit den Zehen zu wippen, denn den mitreißenden Klängen konnte sich kaum einer entziehen. Bernward Braun, Leiter der Musikschule, begrüßte die Interessierten und schon gleich nach den letzten Tönen der Band stürmten die Kinder los zum Ausprobieren der Instrumente.

Manch einer wusste genau, wohin er wollte, hatten doch einige schon am Musikschulfest einen Blick auf die Instrumente geworfen und wollten sich nur noch einmal sicher werden, dass das genau das richtige Instrument ist. Andere probierten einfach mal alles durch. "Was möchtest du denn versuchen?", so die häufigste Frage der Eltern an ihre Kinder. "Etwas zum Reinpusten", war die erste Antwort den Kindern der Autorin, also auf zu den Blasinstrumenten, doch dort war jede Menge Andrang.

Seltsame Klänge kamen aus dem Keller. Hier stand ein offener Flügel im unteren Foyer, auf den Seiten lagen Klöppel und davor standen Hocker und eine Trittleiter, so dass die Kinder selbst hinaufklettern, schauen und testen konnten.

Vielen kleineren Kindern sei es so gegangen, dass sie sich im Trubel der Veranstaltung im Juli nicht getraut haben, erinnerte sich Braun, "aber das ist normal", sagte er. Durch die vielen Aufführungen seien die Kinder abgelenkt, aber trotzdem sei es wichtig, auch vor den Ferien einen Abschluss zu machen, besonders für die Kinder der Grundstufe.

Gut besucht war das Angebot am Samstag. Rund 100 Besucher informierten sich über das Unterrichtsangebot in Gesang, Oboe, Flöte, Klarinette, Cello, Kontrabass, Geige, Saxophon, Posaune, Tuba, Trompete, Waldhorn, Keyboard, Klavier, Gitarre, Schlagzeug und die musikalische Grundstufe wie zum Beispiel Musikgarten oder musikalische Früherziehung. Und ließen sich zwischendurch von den Klängen der Bläserklasse der Christian-Heinrich-Zeller-Schule Karsau, der Band ohne Namen und dem Jazz-Gitarrenduo unter der Leitung von Christian Dietkron zeigen, wie toll es klingen kann, wenn man den Umgang mit den Instrumenten dann einmal gelernt hat.

Nach der Erfahrung mit dem Flügel im unteren Foyer ging es gleich weiter zu Klavierlehrer Michael Donkel. Ebenfalls an einem Flügel bot er die Möglichkeit, auf den Tasten zu klimpern und ging dabei mit einer wundervollen Art auf die Kinder ein. Hier brach das Eis dann völlig. Dass man diesem Instrument nicht nur fantastische Töne entlocken kann, sondern dabei auch noch sehen kann, was im Inneren passiert, das faszinierte alle umstehenden Kinder.

Mut macht aber ganz schön müde, deshalb ist es ratsamer, nicht alle Instrumente an einem Tag durchzuprobieren und auf die Schnelle zu entscheiden, welches das richtige ist. Einfach immer wieder zu kommen, die Kinder schauen und das versuchen zu lassen, was sie möchten, hilft, die Scheu abzubauen. So sieht es auch Geigenlehrerin Monika Kordowich.