Musikschule ist auf Kurs

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Fr, 24. November 2017

Rheinfelden

Schülerzahlen sind stabil, allerdings ist die Ganztagsschule eine Herausforderung.

RHEINFELDEN. Die Musikschule kann aufgrund der finanziellen Unterstützung der Kommunen Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen verlässlich in die Zukunft planen. Der Schulleiterwechsel indes gestaltet sich als fließender Übergang.

Die Neubesetzung der Schulleitung war die zentrale Frage, die den Vorstand im vergangenen Jahr beschäftigt hatte, meinte Dieter Burger, Vorstandsvorsitzender der Musikschule. Erfreut zeigte er sich, dass Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen die Zusagen für eine finanzielle Unterstützung verlängert hatten. "Diese Verlässlichkeit ist für uns als Schule mit 42 Lehrkräften von zentraler Bedeutung, weil wir unserem Personal auch Sicherheit bieten müssen", meinte Burger. Er kündigte an, dass bei den Wahlen an der nächsten Mitgliederversammlung der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Bocks und Beisitzerin Heide Bocks nicht mehr kandidieren würden. Um die Wechsel in der Schulleitung und im Vorstand zu begleiten, werde sich Burger erneut zur Verfügung stellen.

Burger führte aus, dass die Entwicklung der Finanzen nach Plan verliefe. Das jährliche Finanzvolumen des ehrenamtlich geführten Vereins beträgt knapp 1,4 Millionen Euro.

Zum letzten Mal erstattete Schulleiter Norbert Dietrich Bericht. Dietrich tritt im März den Ruhestand an. Die Schülerzahlen blieben 2016 stabil. Nach der Stichtag-Erhebung waren es 1419 Schüler im Vergleich zu 2015 mit 1474. Allerdings werde nun ein neuer Berechnungsmodus angewendet. Anstelle eines Stichtags werden die Schüler eines Kalenderjahres erhoben, so dass nach der neuen Berechnungsmethode 1999 Schüler für 2016 erfasst würden. Die Anzahl der Wochenstunden wurde von 2015 auf 2016 um zwei Stunden von 597 auf 565 Wochenstunden reduziert. Das entspricht rund 18 Stellen.

Die Fächer hätten sich über die Jahre nicht geändert und als Einstiegsinstrument sei die Blockflöte immer noch am weitesten verbreitet. Die Gitarre hatte in den letzten Jahren einen weiteren Schub erfahren. Allerdings kämen die Schüler aufgrund der Ganztagsschule nicht mehr so zum Üben wie früher. "Die Ganztagsschule ist für die Instrumentalausbildung ein Problem", meinte Dietrich, daher sei es Bestreben der Musikschule, in den Ganztagsschulen Möglichkeiten zum Üben zu schaffen. 2016 hatten Schüler und Lehrer an insgesamt 72 öffentliche Anlässe teilgenommen, führte Dietrich aus. Besondere Aktivitäten waren das Kindermusical-Projekt mit der Lindenschule in Grenzach-Wyhlen, die Teilnahme an der zweiten Kulturnacht sowie das gemeinsame Brückenfest mit der Musikschule in Rheinfelden/Schweiz. Für 2018 kündigte er mit dem Musical "Max und die Käsebande" das zehnte Gemeinschaftsprojekt mit der Lindenschule an.

Nachfolger Bernward Braun, der zum 1. Februar die Stelle antritt, führte aus, dass er schon seit September in kleinem Umfang an der Hans-Thoma-Schule in Warmbach unterrichtet und als Musiklehrer schon einmal die Woche in die Musikschule kommt.

"Der allmähliche Start ist eine tolle Sache", sagte Braun, der bis Ende Januar noch die Musikschule Mittleres Wiesental leitet. Er führte drei Zielsetzungen für seinen Antritt auf: Erstens wolle er die Zusammenarbeit mit den Vereinen vertiefen, zweitens digitale Medien stärker in den Unterricht einbinden, und drittens die Musikschule stärker mit der Kulturlandschaft vernetzen. Als Beispiel nannte er, dass die Musikschule auch vermehrt für Tanz- und Musikaktivitäten von Jugendlichen genutzt werden könne.