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22. Mai 2010 16:48 Uhr

Alperenler Moschee in Rheinfelden

Neuer Anschlag oder Chaoten?

Die Türkisch-Islamische Gemeinde ist schockiert, nachdem in der Nacht von Freitag auf Samstag Unbekannte mehrere Scheiben der Alperenler-Moschee in Rheinfelden zerschlagen haben. Dies ist der zweite Vorfall in diesem Monat.

  1. Fenster und Türen der Alperenler-Moschee wurden in der Nacht auf Samstag von Unbekannten mit Steinen eingeworfen. Foto: Valentin Ade

RHEINFELDEN. Zum zweiten Mal innerhalb des Monats verübten unbekannte Täter einen Anschlag auf die Alperenler-Moschee in Rheinfelden. Zwei Scheiben an Türen und zwei an Fenstern wurden in der Nacht von Freitag auf Samstag mit mehreren Steinen eingeworfen. Anfang Mai hatte es zudem Hakenkreuzschmiereien an der Fassade gegeben, weshalb über einen rechtsradikalen Hintergrund spekuliert worden war. Die Türkisch-Islamische Gemeinde ist schockiert über den erneuten Übergriff.

"Mit großer Brutalität wurden Scheiben an Türen und Fenstern der Moschee eingeschlagen. Die Steine flogen teilweise weit in den Raum hinein", berichtet Werner Ross, der Vorstand des Christlich-Islamischen Vereins, der am frühen Samstagmorgen von der Moschee über den erneuten Anschlag unterrichtet worden war. Der Schock bei den Vorständen der Moschee sitze tief, so Ross. "Sie sind betroffen und ratlos." Es gebe ein großes Gefühl der Beklemmung und Sorge. Man wisse nicht, ob es sich um Böswilligkeit einzelner, einfach um Krawall oder um eine Feindschaft handle. Die muslimischen Mitbürger fühlten sich durch die Anschläge auf ihr Gotteshaus auch persönlich angegriffen.

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Erster Vorfall vor drei Wochen

Bereits in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai waren mehrere Scheiben eingeworfen und Hakenkreuze auf die Fassade geschmiert worden (wir berichteten). Auf einer Wand stand "Sieg". Da man eine Tat aus ausländerfeindlichen Motiven nicht ausschließen konnte, nahm die Kriminalpolizei der Polizeidirektion Lörrach die Ermittlungen auf, jedoch ergaben sich bisher keine Hinweise auf den oder die Täter.

Auch am Samstag war die Polizei vor Ort, um die Schäden zu begutachten. Oliver Graf, Dienstgruppenleiter des Polizeireviers Rheinfelden teilte auf Anfrage der Badischen Zeitung mit, dass es in dieser Nacht von Rheinfelden bis Riedmatt eine Vielzahl von Sachbeschädigungen gegeben habe. "Tendenziell sieht es eher nach Chaoten aus, die wahllos beschädigt haben, woran sie vorbeigekommen sind", sagt er.

Laut Werner Ross vom Christlich-Islamischen Verein wurde auch erneut die Kriminalpolizei eingeschaltet. Aus der Polizeidirektion gab es dazu aber am Samstag noch keine Informationen.

Werner Ross hat die Vertreter der christlichen Gemeinden gebeten, die Tat in den Pfingstgottesdiensten anzusprechen.

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Autor: Ralf H. Dorweiler