Sechs Säcke Müll am Ufer

Charlotte Pötter

Von Charlotte Pötter

Mo, 17. September 2018

Rheinfelden

15 Teilnehmer machen erfolgreich bei "Rhine Cleanup" mit.

RHEINFELDEN. In mehreren Städten Baden-Württembergs fand am Samstag die ökologische Säuberungsaktion "Rhine Cleanup" statt. So auch in Rheinfelden, wo sich morgens um zehn Uhr am Ausstellungspavillon Kraftwerk etwa 15 Personen trafen. Sie wollten entschlossen das Rheinufer vom Müll befreien. Die von der SPD unter Regie von Karin Paulsen-Zenke initiierte Aktion wurde durch das Technische Hilfswerk auch mit Utensilien zum Aufsammeln und durch die Agendagruppe mit Susanne Mayer unterstützt.

Die Helfer verteilten sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad in kleinen Grüppchen entlang des Rheins auf einem Streifen vom Schloss Beuggen bis zum Dürrenbach, den sie von Weggeworfenem und Umweltschädlichem säuberten. Schon nach kurzer Zeit füllten sich die blauen Müllsäcke mit allerlei Unrat, der absichtlich oder versehentlich in der Umwelt liegen gelassen wurde.

Am verbreitetsten waren Zigarettenstummel, die auf den Wegen oder um die Aussichtsbänke herum lagen. "Wahrscheinlich denken sie, es verrottet sowieso", meinte eine Helferin. Dabei wies sie auch auf die Filter hin, die wegen der darin enthaltenen Zellulose nur langsam abgebaut werden können und somit langfristig schädlich für die Umwelt sind. Besonders gefährlich sind sie im Wasser: Eine einzige Zigarette ist dazu fähig, mehrere dutzende Liter Wasser zu verseuchen und gefährdet somit die heimischen Fischarten.

Doch nicht nur die Fische lagen im Interesse der Umwelthelfer, sondern auch die anderen Tiere. Drei Eidechsen wurden vor dem Ertrinken bewahrt, weil sie in einer Tüte mit beschichtetem Papier gefangen waren, die sich mit Wasser gefüllt hatte. "Es ist traurig, dass die ganzen Tiere zwischen dem Müll sitzen müssen", beobachtete eine Sammlerin mit Augen auf die Eidechsen, die sich auf den Steinen sonnten.

Deswegen wurde das Rheinufer von allem befreit, was nicht dorthin passt. Hotspots waren die Bänke und Mülleimer, um die sich viele Flaschen – alkoholische Glasflaschen sowie Pfand- und Plastikflaschen – neben Papier und anderen Abfällen fanden. Doch das war nicht alles. Für Aufsehen sorgten Schreibsachen wie beispielsweise Kulis, ein ganzes Netz Kartoffeln und ein abgelegtes Fahrrad.

"Der Rhein ist doch wichtig für Rheinfelden", meinte ein Teilnehmer und schüttelte den Kopf über die Nachlässigkeit. Besonders viel wurde direkt am Rhein gesammelt, wo Plätze am Ufer zum Picknicken und Baden einladen. Manche Abfälle waren richtig gut versteckt, da musste man unter Stock und Stein suchen. Das machte das Säubern dreimal schwieriger, doch letztendlich wurde die Mühe belohnt. Schade sei nur, dass alles "bewusst abgelegt wird, und dann ist das für die erledigt".

Doch der Abschluss der sogenannten Rheinufer-Putzete stand für eine erfolgreiche Arbeit: Neben dem freigelegten demolierten Fahrrad, einem Besen und mehreren Flaschen wurden ganze sechs Müllsäcke gefüllt. Das Ergebnis des Rheinputzes und die engagierte Teilnahme lassen auf ein Fortsetzen im nächsten Jahr hoffen. Die Mitstreiter der Aktion hoffen dann aber auf weniger Müll, weil das Umweltbewusstsein wachse.