St. Josefshaus baut um

Heinz Vollmar

Von Heinz Vollmar

Do, 06. Dezember 2018

Rheinfelden

Mehrere Gebäude werden verschwinden, auch die Wäscherei im Anna-Haus wird aufgegeben.

RHEINFELDEN-HERTEN. Das Bundesteilhabegesetz (BTHG), das mit den Reformstufen 1 und 2 bereits in Kraft ist und das bis zum Jahr 2023 weitere zwei Reformstufen in Kraft setzen wird, hat auch auf die Strukturen und Abläufe im St. Josefshaus in Herten maßgebliche Auswirkungen.

In der Sitzung des Ortschaftsrates präsentierten daher die beiden Vorstände des St. Josefshauses, Birgit Ackermann und Christoph Dürdoth, ein "Zukunftskonzept St.Josefshaus Herten" mit dem Ziel, die Eigenständigkeit und Individualität der Menschen mit Behinderungen im täglichen Leben weiter zu verbessern.

St. Josefshaus bereitet sich vor
Unter dem Stichwort "wir bereiten uns vor" erläuterten die beiden Vorstände, dass es auch um die Frage gehe, auf welche Leistungen Menschen mit Behinderungen Anspruch haben. Daher finde aktuell ein Bedarfsermittlungsverfahren für jeden Einzelnen unter Beteiligung der Menschen mit Behinderungen und allen übrigen Beteiligten statt. Allein dies sei eine große Herausforderung für das St.Josefshaus als Dienstleister, auch hinsichtlich der Refinanzierung, betonte Christoph Dürdoth.

In ihren Erläuterungen bemühten Dürdoth und Ackermann neben den Vorgaben durch das Bundesteilhabegesetz auch die aktuellen Ansätze der Landesheimbauverordnung, die unter anderem bauliche Vorgaben für Pflegeheime macht. Dies bedeute, dass viele Immobilien, so auch im St.Josefshaus-Areal, nicht die Kriterien der Landesheimbauverordnung erfüllen würden. Konkret bedeute dies, dass man entweder sanieren und umbauen oder komplett ersetzen müsse, so die beiden Vorstände des St.Josefshauses. Anhand eines umfangreichen Planungsverfahrens demonstrierten Birgit Ackermann und Christoph Dürdoth den Ortschaftsräten die Sisyphusarbeit, die zu leisten ist, um allen Vorschriften gerecht zu werden, die jedoch auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht für das St.Josefshaus zunehmende Bedeutung haben. Insofern habe auch im St. Josefshaus ein Umdenken eingesetzt.

Konkret bedeute dies für das St.Josefshaus, das in den kommenden Jahren massiv gebaut werden müsse, während einige Bauten abgerissen und durch neue ersetzt würden. Dazu zähle das Bernhard-Haus genauso wie das Johannes-Haus. An ihrer Stelle sollen kleinere Bauten entstehen, die sich auch in die übrige Hertener Wohnbebauung einfügen, so Birgit Ackermann.

Ebenfalls abgerissen werden sollen auch alte, bestehende Bauten im Werkstattbereich des St. Josefshauses, wo ein therapeutischer Wohnbereich entstehen soll. Aufgegeben werde, das steht jetzt schon fest, die Wäscherei der Einrichtung im Anna-Haus, die Arbeiten werden fremdvergeben. Dürdoth und Ackermann kündigten an, die Mitarbeiter an anderer Stelle im St. Josefshaus einzusetzen. Wegen der Werkstatt, deren Bauten neuen Einrichtungen weichen müssen, laufen derzeit Verhandlungen mit der Stadt, um eine Übergangslösung für die Unterbringung für ein bis zwei Jahre im Alten Schulhaus der Schillerschule an der Kirchstraße in Herten zu finden.