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27. November 2009
Stadtbibliothek nicht auf Sparflamme
55 000 Euro für neue Medien / Durch starke Nachfrage entstehen bereits große Lücken / OB: "Kürzen wäre kontraproduktiv".
RHEINFELDEN. Die Leselust ist gestiegen. Seitdem die Stadtbibliothek im Rathaus eröffnet hat, kommt das Personal nicht mehr nach mit dem Befüllen der Regale. Der neue Treffpunkt für Bildung und Kommunikation schlägt sich im nächsten Jahr finanziell mit erheblich höheren Bewirtschaftungskosten nieder.
Kalkulatorische Zinsen mitgerechnet kommt das Rechnungsamt auf einen Zuschuss von rund 652 000 Euro. Die neuen Flächen haben auch beim Gebäudeunterhalt ihren Preis.
Weil die Stadt aber sparen muss, drehte bei der Haushaltsberatung Emil Franz (Freie Wähler) jeden Cent zweimal um und stellte die Frage, ob tatsächlich 55 000 Euro für Medienbeschaffung ausgegeben werden müssen. Seine Überlegung: Das Personal komme gar nicht nach mit dem Auspacken von Büchern, so dass es wenig Sinn mache, noch mehr zu bestellen. Auf diesen Sparkurs allerdings wollte niemand und schon gar nicht Oberbürgermeister Niethammer einschwenken. Er verwies darauf, dass durch die starke Nachfrage in den Regalen "große Lücken" seien, aber ein "guter Grundbestand" die Voraussetzung für den Erfolg der Einrichtung: "Kürzen wäre kontraproduktiv", auch wenn in diesem Jahr bereits Medien im Wert von 230 000 Euro angeschafft wurden.
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Kulturamtsleiter Claudius Beck verwies darauf, dass jedes Jahr Bestände ausgemustert werden und schon zu früheren Zeiten in der Müßmattstraße deshalb 40 000 Euro für Neubeschaffungen veranschlagt waren.
Selbst in den eigenen Reihen erhielt Franz keine Rückendeckung für seine Sparoffensive. Karin Reichert-Moser sprach sich dafür aus, den vollen Betrag zu lassen, auf die Gefahr hin, dass es nicht ganz verbraucht wird. Schüler werden übrigens demnächst die Möglichkeit haben, in der Stadtbibliothek gegen Gebühr zu kopieren, das Kopiergerät ist bereits bestellt.
Autor: Ingrid Böhm-Jacob
