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04. Februar 2017

Wenn Holz auf Acryl trifft

Antonia Büche und Nerea Stolz stellen im St. Josefshaus in Herten von der Natur inspirierte Werke aus.

  1. Mit farbexpressiver Malerei, Collagen und Objekten bestücken die beiden Künstlerinnen Nerea Stolz (links) und Antonia Büche eine Doppelausstellung im St. Josefshaus Herten. Foto: Roswitha Frey

HERTEN. Zwei Künstlerinnen bestücken die neue Doppel-Ausstellung im St. Josefshaus in Herten: Antonia Büche aus Rheinfelden zeigt Bilder in besonderer Strukturtechnik sowie Objekte aus Naturmaterialien. Nerea Stolz aus Grenzach-Wyhlen ist mit farbexpressiver Malerei und ungewöhnlichen Keramikskulpturen vertreten. Christoph Dürdoth vom Vorstand des St. Josefshauses freute sich bei der Vernissage, dass die Künstlerinnen für "Aha-Effekte" im Haus sorgen.

Für Antonia Büche ist es die erste Ausstellung überhaupt. Sie lässt sich von der Natur inspirieren, von Ästen, Zweigen, Blüten. Aus bemaltem Papier und echten Holzfunden zaubert sie schöne Objekte wie den Zitronenbaum in leuchtenden Gelbtönen, den sie "Vitamin C" nennt, dazu einen Magnolien- oder einen Silberbaum. Aus Ästen wird ein Liebespaar, aus farbig bemalten Papierblättern und Naturfasern ein dschungelhaft anmutendes Wandobjekt namens "Tropical". Eine einfache Papiertüte verwandelt die Künstlerin in eine figürliche Gestalt, braunes Papier und Zweige werden zu einem archaischen Kopf. Antonia Büche gewinnt den natürlichen Materialien überraschende Formen ab.

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In ihren Bildern verarbeitet sie Gedankenwelten. Ausgehend von einer besonderen Technik mit wabenartigen Strukturen lässt die Malerin spontan und intuitiv Figuren, Gesichter und Formen in die Bilder einfließen. So vielfältig und assoziationsreich wie Gedanken, die einem durch den Kopf gehen, sind die Motive: Frauenfiguren, Bäume, Kakteen, Tiergestalten, Augen, Pflanzen, Vögel, Gebäude vermischen sich zu dichten, geheimnisvollen Bildwelten, teils in warmen Farben, teils in leuchtendem Neon-Pink. Neben Sujets wie dem Großstadtdschungel finden sich Naturmotive wie Bäume oder der Stadtwald in Büches Bildauswahl. Auch das Thema Liebe und Gefühle symbolisiert sie durch Herzformen, die positive Gefühle vermitteln sollen. Büches Tochter Nina sagte in ihrer Laudatio, dass man mit den Augen in diesen Bildern spazieren gehen und immer Neues entdecken könne.

Zahlreiche Reisen und Begegnungen mit indianischen und afrikanischen Kulturen inspirieren die Malerin und Keramikkünstlerin Nerea Stolz. Eindrücke und Einflüsse dieser fremden Kulturen finden sich in ihren großformatigen, farbkräftigen und expressiven Porträts "Faces" in Acryl auf Leinwand. Die farbintensiven, ausdrucksstarken Gesichter mit dem suggestiven Blick und den afrikanisch anmutenden Zügen ziehen den Betrachter in den Bann. Ein überdimensionaler Kopf ist vielschichtig übermalt, was eine geheimnisvolle Bildwirkung erzeugt. Etwas Archaisches hat die Frauenbüste mit dem überlangen Hals, aus Ton modelliert und mit Engobe bearbeitet.

Die Faszination von Wasser, Meer und Wellen setzt Nerea Stolz in blauen Bildern mit wellenförmigen Bewegungen und eingearbeitetem Sand aus Elba um. Originell und sehr fein in den keramischen Techniken und Glasuren sind ihre Stelen aus Fischen, Schnecken und Muscheln. Nerea Stolz arbeitet auch ungegenständlich, wie einige abstrakte Bilder und Farbkompositionen in dynamisch-gestischem Stil zeigen. Laudatorin Catharina Müller-Clemm sagte, dass sich Stolz' Werke durch große Emotionalität, Lebendigkeit und Leichtigkeit auszeichnen.

Information: Ausstellung geöffnet bis 29. April, werktags 9 bis 19, Sonn- und Feiertag 9 bis15 Uhr.

Autor: Roswitha Frey