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26. Februar 2013

Louis: Das ist echt der Knaller

Rund 13 000 Euro hat die Spendengala im Bürgerhaus Rheinhausen zugunsten des Mehrgenerationenhauses St. Josef eingebracht.

  1. Krisztina Sandor Foto: Birgit Herrmann

  2. Bürgermeister Jürgen Louis stellt bei seiner Eröffnungsrede Ulrike Huber (Pflegebereich) und Hildegard Himpel-Köninger (Kindergarten, rechts) als zukünftige Leiterinnen der Einrichtung vor. Foto: Birgit Herrmann

  3. Helfende Hände Foto: Birgit Herrmann

  4. Dominik Büchele Foto: Birgit Herrmann

RHEINHAUSEN. "Das ist echt der Knaller!" sagt Rheinhausens Bürgermeister Jürgen Louis über den Reinerlös von rund 13 000 Euro, den am Sonntag die Spendengala zugunsten des Mehrgenerationenhauses St. Josef eingebracht hat. 600 begeisterte Besucher konnten ein dreistündiges Konzert von Musikern aus Rheinhausen und der Region erleben – die alle für den guten Zweck auf ihre Gage verzichtet hatten.

"Wahnsinn, dass um Punkt 15 Uhr schon so viel los ist, damit haben wir nicht gerechnet", sagt Organisator Michael Bolz. Der Saal im Bürgerhaus ist gut gefüllt. An den Tischen ist kaum ein Platz mehr zu ergattern. Aber das Publikum, darunter auch die Landtagsabgeordneten Marcel Schwehr und Sabine Wölfle, muss sich noch eine Stunde in Geduld üben, bis Jürgen Louis, Bürgermeister von Rheinhausen, die Veranstaltung eröffnet: "Mit der Spendengala zugunsten des gemeinnützigen Bürgervereins wollen wir die Begegnung im Familienzentrum fördern. Hier sollen sich Menschen treffen, miteinander ins Gespräch kommen, Gemeinschaft erleben und gestalten." Geplant sei zweimal in der Woche einen offenen Mittagstisch anzubieten, bei dem alle Interessierten eingeladen seien. An Sonntagen wolle der Verein ein integratives Café mit Unterstützung der Caritas anbieten.

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Lounge-Rock, Evergreens und spanische Liebeslieder

Nach der Rede folgt ein musikalischer Höhepunkt dem nächsten: Die Band Lakehouse aus Freiburg etwa, die bereits beim Zeltmusikfestival hat, unterhält das Publikum mit Lounge-Rock. Was das genau ist, erklärt Bandmitglied Timo Ernst: "Wir benutzen gerne das Cajón, das ist ein Instrument für faule Schlagzeuger, die nicht viel rumtragen möchten", er deutet auf den eckigen Kasten, auf dem er sitzt und durch Schläge mit der Hand Geräusche erzeugt. "Und dieses Instrument sorgt für einen entspannten Sound, den wir mit rockigen Beats mixen." Insgesamt vier Stücke spielt die Band.

Auch die Heugarten-Band von und mit Organisator Michael Bolz sowie Saxophonist Norbert Mergel geben mehrere Evergreens zum Besten. Spanische Liebeslieder bringt dagegen der Dozent von der Jazz- und Rockschule Konstanz, Christian Mejia, der in Ecuador geboren wurde, mit nach Rheinhausen.

Mit dem Song "The Miracle" erleben die Zuschauer sogar eine Premiere: "Ich habe den Text geschrieben und mein Gitarrist Albert Mamsto die Melodie. Wir sind super-gespannt, wie der Song den Leuten gefallen wird", sagt die Sängerin Vanessa Iraci. Und es stellt sich raus, das Publikum liebt ihn – die beiden Freiburger bringen Jung und Alt im Saal zum "Mitgrooven" und sorgen mit ihrer Zugabe, dem Elvis Klassiker "Heartbreak Hotel", für Stimmung.

Einen funkelnden Auftritt vor der Programmpause hat das ungarische Geschwisterpaar Zsolt (Trompete) und Krisztina Sandor (Violine) – ihr Kleid und sein Hut glitzern im Scheinwerferlicht um die Wette.

Moderator Michael Tankus informiert zwischendurch, dass bereits im Vorfeld der Spendengala 24 Unternehmen aus der Region weit über 3000 Euro gespendet haben. "Diese Veranstaltung bleibt ein einmaliges Erlebnis", sagt der Moderator und bittet die Zuschauer, fleißig zu spenden – per Überweisung, Mitgliedschaft im Bürgerverein oder mit Bargeld.

Und dann kommt der Auftritt, auf den die meisten gewartet haben: Dominik Büchele, der von seinem Bruder Mirko am Keyboard begleitet wird, kommt auf die Bühne. Für den frischgebackenen 22-Jährigen, er hatte am 23. Februar Geburtstag, ist es quasi ein Heimspiel. Trotz seiner Bekanntheit durch die RTL-Castingshow DSDS ist Dominik Büchele seiner Heimat treu geblieben und wohnt immer noch in Kappel-Grafenhausen. Passend zum Motto "Jung und Alt" sei auch seine ganze Familie bei der Gala dabei. "Ich finde die Idee eines Mehrgenerationenhauses super. So was unterstütze ich gerne." Auch der Topact – zumindest beim jungen Publikum – darf die Bühnen nicht ohne Zugabe verlassen.

Die Spendengala endet mit dem Michael-Jackson-Hit "Heal the World", den alle Künstler gemeinsam performen. Die Welt konnten die Musiker zwar nicht retten, aber zumindest haben sie und die ehrenamtlichen Helfer und Spender dem Mehrgenerationenhaus St. Josef mit der eingespielten Spendensumme von etwa 13 000 Euro eine gute Zukunft gesichert. "Es war wirklich überwältigend. Mit so einer hohen Summe hat keiner gerechnet", sagt Bürgermeister Jürgen Louis.

Ein Fotoalbum gibt’s im Internet auf http://www.badische-zeitung.de/fotos

Autor: Birgit Herrmann