Von Rock bis Klassik

Jörg Schimanski

Von Jörg Schimanski

Di, 21. November 2017

Rheinhausen

Musikverein Niederhausen präsentiert sich schwungvoll beim Jahreskonzert mit dem Musikverein Zunsweier / Seltene Ehrungen .

RHEINHAUSEN. Das Jahreskonzert des Musikvereins Niederhausen stand ganz im Zeichen zweier außergewöhnlicher Ehrungen."Ich habe noch nie zwei Ehrenvorstände für 65 Jahre in einem Verein ausgezeichnet", erklärte Karin Horst vom Oberbadischen Blasmusikverband.

Josef Kossmann war 22 Jahre lang zweiter Vorstand, Max Stehlin 23 Jahre lang erster Vorsitzender. "Sie haben den mit 200 Jahren recht alten Verein zu einem Drittel mit geprägt", sagte Horst. Auch Heike Feger lobte die Verdienste der beiden Geehrten. Sie betonte, dass sich die beiden auch nach dem Ende ihrer aktiven Vorstandszeit in den Verein mit einbrachten. "Ihr seid ein Vorbild für alle Vereinsmitglieder", sagte Feger. Peter Ams, der seit 2003 als Rechner die finanziellen Geschicke des Vereins leitet, wurde für 40 Jahre als aktiver Musiker mit der goldenen Ehrennadel belohnt. Das Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Bronze verdienten sich Lena Gitzinger, Vivienne Schmieder, David Maurer und Niklas Stiewe. Jana Stephan wurde für den bestandenen Dirigentenlehrgang geehrt.

Unter der Leitung von Dirigent Frank Hertweck, dem Bruder des Niederhausener Dirigenten Thomas Hertweck, brannten die Gäste vom Musikverein Zunsweier im ersten Programmteil ein regelrechtes Feuerwerk ab. Dabei bildete das Schlussstück "March of the Midway" das fulminante Finale, das jedoch noch durch den "Champagner Galopp" getoppt wurde. Hier brachte der Verein das selbst konstruierte "Champagnerphon" zum Einsatz, dass passend zur Musik Konfetti ins Publikum schoss. Die zweite Vorsitzende des Musikvereins Niederhausen, Heike Feger, bedankte sich für die Darbietung.

Die Gastgeber eröffneten den zweiten Programmteil mit "Crazy Train", einem Stück aus der Feder des Altrockers Ozzy Osbourne, womit sich Dirigent Thomas Hertweck erneut auf seinem Lieblingsterrain bewegte. Mit der Veranstaltung "Rock am Schopf" rief Hertweck schon eine ganze Konzertreihe unter dem Motto "Blasmusik meets Rock" ins Leben.

Ganz klassisch ging es mit der "Laubener Schnellpolka" weiter, bei der das Orchester des Tempo gleich um mehrere Stufen anzog. Nach dem Ehrenmarsch ging es mit "Graf Zeppelin" von Carl Teike im Programm weiter. Mit "Las Playas de Rio" entführte der Musikverein Niederhausen das Publikum an die berühmte Copacabana. Die "Toccata", ursprünglich ein Orgelwerk von Johann Sebastian Bach, interpretierte der Musikverein Niederhausen als Rockversion.

Bei der 80er-Kult-Tour fassten die Gastgeber einige bekannte deutsche Stücke aus dieser Dekade zusammen. "Skandal im Sperrbezirk" von der Spider Murphy Gang, "Ohne Dich schlaf ich heut’ Nacht nicht ein" von der Münchner Freiheit, "Tausendmal berührt" von Klaus Lage sowie "Sternenhimmel" von Hubert Kah dem noch Falcos "Rock me Amadeus" beigemischt wurde, kamen beim Publikum besonders gut an.

Vor der stürmisch geforderten Zugabe bedankte sich Heike Feger beim Publikum, bei den Gästen vom Musikverein Zunsweier, bei Dirigent Thomas Hertweck und bei allen, die zur Realisierung des Jahreskonzerts beigetragen haben. Feger wies darauf hin, dass der Verein am 13. Januar 2018 Gast beim Konzertabend des Musikvereins Weisweil sein wird. Als Zugabe gab es ein Medley der Gruppe Pur. Gemeinsam mit dem Gastorchester, das sich vor der Bühne aufstellte, wurde zum Abschluss das Badner Lied angestimmt. Eine weitere Zugabe war offensichtlich nicht eingeplant, aber stürmisch gefordert. Man einigte sich kurzerhand auf "Sternenhimmel", das auch improvisiert gut klang.