Brücke zwischen den Kunststilen

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Mo, 22. April 2013

Riegel

"Zusammenfluss": Die Künstlervereinigung "Kunst in Riegel" stellt erstmalig im Bürgerhaus Alte Schule aus .

RIEGEL. Unter den Titel "Zusammenfluss" eröffnete die Vereinigung "Kunst in Riegel" ihre erste gemeinsame Ausstellung im Bürgerhaus Alte Schule. 12 Künstler aus dem Ort präsentieren ihre Kunst, die von der Druckgrafik, Radierung über die Illustration und Buchillustration, von der Malerei bis zur Fotografie, von Skulpturen zu Objekten reicht. Mit einem umfangreichen Begleitprogramm eröffnen die Künstler Einblicke in ihre Schaffensweise.

Eine große Zahl an Kunstliebhabern fand sich am Freitagabend zur Vernissage ins Bürgerhaus Alte Schule ein. Bürgermeister Markus Jablonski bezeichnete das Bürgerhaus als Haus der Begegnung sowie des Austausches. Es sei der ideale Rahmen für eine Gemeinschaftsausstellung, auch habe der Titel "Zusammenfluss" nicht besser gewählt werden können, um einerseits das gute Miteinander der Künstler, andererseits den Austausch mit dem Publikum zu benennen, so Jablonski.

"Zusammenfluss" bezieht sich aber auch auf die besondere geografische Lage, dort, wo Elz, Glotter, Alte Dreisam und Dreisamkanal aufeinandertreffen und den Leopoldskanal bilden. In seinen einleitenden Worten ging Hans-Jürgen Truöl daher auf die Brücke als treffendes Symbol ein. Mit der Gemeinschaftsausstellung solle eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Kunstrichtungen, aber auch zwischen der Gemeinde, der Nachbarschaft und den Kunstschaffenden gebildet werden, so Truöl. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von der Sängerin Andrea Lang, begleitet von Frieder Stöcklin am Keyboard.

Zwölf unterschiedliche Künstler in einer Ausstellung – das ist ein Wort! Das Ergebnis aber spricht für sich: Das sehenswerte Miteinander fordert den Betrachter, überfordert ihn aber keineswegs. Die ausstellenden Künstler sind sechs Frauen und sechs Männer, deren variierende Kunststile die sehr aktive Künstlerszene in Riegel widerspiegelt.

Im Einzelnen sind dies: Cordula Böhle, die Druckgrafiken von Riegeler Ansichten zeigt. Senta Ernst, die auf ihren Bildern in kräftigen Farben Landschaft erahnen lässt. Carmen Gukelberger, die bizarre Objekte präsentiert, deren tierischer Ursprung unverkennbar ist. Ulrike Hensle, deren Bildthemen in Acryl und Gouache sich im weitesten Sinne mit Wasser beschäftigen. Michelle Hothum, die ihre zarten Illustrationen beispielsweise zauberhaften Frühlingsthemen voller Feen widmet. Dorothee Lang, deren prägnante Ton-Skulpturen menschlicher Köpfe beeindrucken.

Günther Goldstein zeigt Fotografien von Riegel, teilweise fantastisch entfremdet sowie ein Video vom Elz-Wehr, das darüber hinaus mit erstaunlichen Fotos als Standbilder überrascht. Norman Hothum erinnert mit seiner Buchillustration/Kalligraphie im mittelalterlichen Stil an längst vergangene Buchkunst. Wolfgang Keller widmet sich drei sphärisch dichten, obskuren Szenen in dunklen Farben. Karl-Heinz Thiel präsentiert großformatige, an der Antike angelehnte Malerei. Hans-Jürgen Truöl stellt seine Fotografien, aber auch eine riesige Installation unter dem Titel "Die Welt braucht Riegel, Riegel braucht die Welt" aus. Hans-Peter Ziesmer zeigt ebenfalls Ansichten von Riegel sowie experimentelle Fotografie.

Zu sehen ist die vielseitige Ausstellung noch bis 28. April. Fast täglich gibt es dazu ein Begleitprogramm, bei dem einzelne Künstler Einblicke in ihre Arbeitsweise vermitteln.

Informationen zu den Künstlern, der Ausstellung in Riegel und zum Rahmenprogramm gibt es auch im Internet unter http://www.kunst-in-riegel.de.