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01. Juli 2011

Engel, Feen und Musen

Michelle Hothum lebt und arbeitet als Künstlerin in Riegel und stellt bei den Künstlertagen aus.

  1. Michelle Hothum macht Radierungen und bemalt Ostereier. Foto: Haberer

RIEGEL. Michelle Hothum widmet sich vor allem Engel, Feen und Musen. Die Künstlerin glaubt, dass sie die Quelle ihrer Inspiration sind. Ihre favorisierte Technik dabei ist die Radierung. Vor einigen Monaten ist die 47-Jährige mit ihrem Mann und Künstler Norman Hothum nach Riegel gezogen. Ihre Werke sind auch auf den Riegeler Künstlertagen zu sehen. Michelle Hothum wird ihr Schaffen im Atelier von Cordula Böhle an der Hauptstraße präsentieren.

Vor allem die Miniatur hat es Michelle Hothum angetan. Sie bemalt hölzerne Eier und Kugeln, die überwiegend als Oster- und Christbaumschmuck dienen. Ebenso gestaltet sie aber auch Miniaturenmalereien auf Schachteln und Dosen. Zu dieser Kunst und ihrer Technik hat sie ihr Lebensweg gebracht. Michelle Hothum, Tochter eines jüdischen Arztes, ist in Äthiopien geboren und in Israel aufgewachsen. Mit 20 Jahren machte sie sich auf in die weite Welt und landete im russischen St. Petersburg, wo sie auch als Produzentin für Kunstfilme gearbeitet hat.

Die frühere Residenzstadt der Zaren war ein Zentrum der Lackmalerei. Dieses Bemalen von kleinen und großen Gebrauchsgegenständen hat viel von der russischen Tradition der Ikonenmalerei in die Gebrauchskunst hinüber genommen. "Ich habe mal vor 26 Jahren was Kleines gemacht, das hat mir gut gefallen", beschreibt sie ihre Anfänge. "Ich wollte jemand etwas schenken, ich habe ein Ei gemacht, und das ist mir ganz gut gelungen. Dann bin ich auf die ersten Ostereiermärkte, es macht mir viel Freude, und ich versuche, Freude zu anderen Menschen zu bringen." Die Präsentation ihrer Sammlerstücke auf den Ostereier- oder Kunsthandwerkermärkten gehört inzwischen zu ihrem Jahresprogramm.

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Daneben arbeitet sie mit der Technik der Radierung. Diese Kunst ist zu ihrer "großen Liebe" geworden, der sie inzwischen die meiste Zeit ihres Schaffens widmet. Die Themen ihrer Arbeiten sind unterschiedlich. Meist kommen sie aus der Welt der Märchen und Mythen. Insbesondere die deutsche Renaissance sei für sie eine Inspirationsquelle, sagt Michelle Hothum. Neben der Inspiration braucht sie viel Konzentration und Geduld, um ihre kleinen Kunstwerke zu schaffen. Sie arbeitet mit der Ätztechnik. Das brauche zwar nicht so viel Kraft, wie wenn sie die Kupferoberfläche mit der Kaltnadel behandelt, erklärt sie. Trotzdem braucht man kräftige Hände. Fehler darf man bei dieser Arbeit mit Lupe und Säure keine machen. Wenn sie doch passieren, sind sie erst ein oder zwei Wochen später auf dem Druck zu sehen. Schon die Technik bringt es mit sich, dass es hier für die Künstlerin noch viel zu entdecken gibt. Die Radierungen werden dann nach alter, traditioneller Technik gedruckt und anschließend von Hand mit Aquarellfarben und einem Hauch von Gold koloriert.

Autor: Michael Haberer