Riegeler Künstler wollen mit Besuchern ins Gespräch kommen

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Mi, 29. Oktober 2014

Riegel

"Kunstwelten im Engel": Mit dem ehemaligen Gasthaus gibt es seit kurzem einen neuen Arbeits- und Ausstellungsraum an der Hauptstraße 6.

RIEGEL. Die Gemeinde ist schon fast berühmt für ihre kleine Künstlerkolonie: Rund 26 Künstler leben und arbeiten in Riegel. Mit dem ehemaligen Gasthaus Engel gibt es seit kurzem einen neuen Arbeits- und Ausstellungsraum an der Hauptstraße 6. Cordula Böhle und ihre Gäste zeigen dort ihre Werke, lassen sich beim Arbeiten zuschauen und sind für Gespräche offen.

Cordula Böhle zeigt ihre Bilder sowie Druckgrafiken. Einen besonderen künstlerischen Ausdruck schafft sie mit der sogenannten "Plexigrafie". Böhle verwendet Plexiglas als Druckplatte. "Das Plexiglas kommt meiner gröberen Arbeitsweise entgegen. Der kräftige Strich ist meine Sache", sagte die Künstlerin. Sie arbeite mehr über Farbe, mit der sie sich seit langem beschäftige. Ihre Plexigrafien entstehen in Serien: "Es ist immer wieder eine Überraschung, ich kann die Werke nicht planen. Das gefällt mir persönlich dabei", so Cordula Böhle. Für die "Kunstwelten im Engel" will sie ein vielseitig orientiertes Künstlertreffen von Kunst, Musik und Literatur etablieren. Weitere Impulse entstehen durch Gäste von auswärts wie beispielsweise Maria Pohlkemper, deren Keramikwerke momentan zu sehen sind. "Darüber hinaus wollen wir Kurse geben in Druckkunst oder Kalligrafie", erzählte Cordula Böhle über ihre Pläne.

Michelle Hothum stellt Miniaturmalerei, Radierungen und Illustrationen aus. Michelle und Norman Hothum laden überdies dazu ein, ihnen beim Arbeiten über die Schulter zu schauen. So kann man bei Michelle Hothum sehen, wie die Künstlerin mittels einer Lupenvergrößerung mit feinen Strichen winterliche Landschaften auf Holzkugeln zaubert oder ausdrucksstarke Gesichter von Engeln entwirft. Die jetzt entstehenden Holzkugeln tragen weihnachtliche Motive und eignen sich auch zum Aufhängen am Christbaum. "Ich beziehe die Kugeln aus Russland. Sie sind schwer zu bekommen, da diese Drechselarbeit kaum noch gemacht wird. Dadurch, dass sie hohl sind, sind sie ganz leicht", sagte Michelle Hothum. Jede ihrer Kugeln ist ein Unikat, an dem sie mehrere Tage beschäftigt ist.

Norman Hothum präsentiert Kalligraphien im mittelalterlichen Stil. Er nutzt die mittelalterliche Bildersprache, um seinem Anliegen Ausdruck zu verleihen. So verbergen sich in seinen Illustrationen im Stil mittelalterlicher Buchkunst künstlerische Aussagen, die im Hier und Jetzt Gültigkeit haben. Den drei Künstlern ist es aber nicht nur wichtig, ihre Werke zu zeigen, sondern sie laden Interessierte auch dazu ein, auf ein Gespräch hereinzukommen.

"Die Vielzahl an Künstlern in Riegel ist im Alltag nicht so präsent", sagte Norman Hothum, "hier wollen wir Abhilfe schaffen." Und seine Frau Michelle fügte an: "Es soll eine kommunikative Einrichtung werden. Wir wünschen uns, dass die Passanten hereinkommen und sich mit uns unterhalten."

Info: Die "Kunstwelten im Engel" noch bis 2. November Mi-So von 15-18 Uhr geöffnet. Ab 29. November bis 21. Dezember sind Michelle und Norman Hothum erneut zu Gast.