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15. Juni 2012

Tierschutz statt Sonnenbad

Zwei 19-Jährige aus Riegel und Rheinhausen arbeiteten zwei Wochen in einem Tierheim in Spanien.

  1. Carina Baumann (19, rechts) aus Niederhausen und Andrea Bühler (19, links) aus Riegel engagierten sich ehrenamtlich für Tierschutz in Spanien. Foto: Melanie Brandt

RIEGEL/ RHEINHAUSEN. Dass sich die Jugendlichen heutzutage nicht nur für Facebook und ihr Smartphone interessieren, sondern durchaus auch andere Interessen und Hobbys haben, belegen Carina Baumann aus Niederhausen und Andrea Bühler aus Riegel. Das große Interesse der beiden 19-Jährigen gilt den Tieren.

Die Tierliebe ist für sie kein Zeitvertreib, sondern ein großes Anliegen, das in einem mindestens ebenso großen Engagement für den Tierschutz gipfelt. Beide haben schon mit 14 Jahren ihre Leidenschaft für Tiere entdeckt. Auf der Suche nach Gleichgesinnten wurden sie im Internet fündig. Mittlerweile engagieren sich beide aktiv für den Tierschutz. Eine Plattform dafür fanden sie bei der Gruppe "Animalia", eine überregionale Gruppierung, die vor allem die Vernetzung über das Internet nutzt und gemeinsam mit ihren Unterstützern Flohmärkte und Kuchenverkäufe organisiert, um Geld für den Tierschutz zu sammeln. Die Homepage animalia-tierschutz.de bietet neben einem Forum, auf dem sich die Tierschützer austauschen können, auch zahlreiche Berichte und Fotos über das ernstzunehmende Thema.

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Ein weiteres Anliegen dieser Gruppe ist aber vor allem die Aufklärungsarbeit unter Jugendlichen, berichtet die angehende Industriekauffrau Carina, die seit der Gründung von "Animalia" im Jahr 2007 mit dabei ist. Andrea, die zur Zeit das Berufskolleg besucht, findet seit drei Jahren unter den Mitgliedern des Tierschutzvereins Gleichgesinnte. Der persönliche Kontakt zu den anderen Mitgliedern ist den beiden jungen Frauen wichtig, Gelegenheit dazu bieten überregionale Veranstaltungen wie ein geplanter Flohmarkt in der Schweiz.

Die eindrucksvollste Erfahrung in Verbindung mit dem Tierschutz machten Carina Baumann und Andrea Bühler im April während eines Aufenthaltes als Freiwillige in einem Tierheim in Spanien. Die beiden Vegetarierinnen erzählen begeistert von ihrem Arbeitsalltag. "Neben Aufgaben wie dem Füttern, Reinigen und dem Gassigehen haben wir uns nach Feierabend um junge Welpen gekümmert." Die zweiwöchige freiwillige Arbeit in Andalusien brachte neben der Arbeit mit den Tieren aber auch andere wichtige Erfahrungen mit sich, nicht zuletzt Kontakt zu Tierschützern aus anderen Ländern, die ihre Leidenschaft teilen.

Gewohnt haben die beiden in Caravans, die kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Für Verpflegung und Reisekosten mussten sie allerdings selbst aufkommen. Die jungen Frauen, die freiwillig und ohne Bezahlung ihre freie Zeit mit hilfsbedürftigen Tieren verbringen, während sich viele ihrer Altersgenossen nicht von Handy und Internet lösen können, sind sich einig: "Wir würden es sofort wieder tun!" Und das ist auch ihr Ziel: Sobald es Zeit und Geld zulassen, möchten sie an diese Auslandserfahrung anknüpfen. "Es war eine wunderbare Erfahrung", schwärmt Andrea, "es bringt einem wahnsinnig viel." Bis dahin werden sie sich weiter für die Gruppe "Animalia" engagieren und Sach- und Geldspenden für Tierheime sammeln. Dabei sind sie für jede Hilfe dankbar. Wer beispielsweise ausrangiertes Hundespielzeug oder dergleichen übrig habe, könne sich via Internet bei "Animalia" melden.

Mit kleinen Dingen leisten die beiden Frauen ihren Beitrag zum Tierschutz: Besonders stolz ist Carina Baumann auf ihre Kaninchenauffangstation, welche in einem umgebauten Stall untergebracht ist. Sie hat zwar im Moment nicht mehr viel Raum für neue Bewohner, freut sich aber, wenn jemand einem der Kaninchen ein schönes Zuhause bieten kann.

Informationen über die Tierschutzgruppe "Animalia" und ihre Arbeit sowie die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme gibt es unter http://animalia-tierschutz.de

Autor: Melanie Brandt