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19. November 2015

Verschachteltes Ensemble von städtischen Eindrücken

Der Künstler Romain Burgy stellt zusammen mit seinem Schüler Nabil Gharsallah in der Galerie M der Kunsthalle Messmer aus.

  1. Romain Burgy und sein Schüler Nabil Gharsallah. Foto: Michael Haberer

  2. Romain Burgy und sein Schüler Nabil Gharsallah Foto: Michael Haberer

RIEGEL. Er könne jede Blechhütte schön aussehen lassen, sagt Romain Burgy. Der Kölner Künstler stellt gerade zusammen mit seinem Schüler Nabil Gharsallah in der Galerie M, einem Ableger der Kunsthalle Messmer, aus. Auf der Vernissage zur Ausstellung "Urbane (T)Räume in Blau" hat der 63-Jährige, der in Südfrankreich geboren ist, am Sonntag ein wenig von seiner Kunst und sich erzählt.

Burgy, der Papieringenieur studiert und bei Bayer in Leverkusen gearbeitet hat, malt in der Regel mit Gouache auf Papier. Das Thema Mittelmeer erscheint in der Farbe Blau. Mit seinen Farben bringe er Licht in die Welt, sagt Burgy. Hochhäuser mit vielen detailreichen Etagen flüchten hoch zum blauen Himmel. Das urbane Leben stellt sich in einem verschachtelten Ensemble von städtischen Eindrücken dar. Und dabei bekommt eben auch jede Blechhütte ihre Ästhetik. Selbst eine Bohrinsel im Meer wird zur Idylle mit vielen geraden Linien.

Man hat seinen Stil auch schon als Neo-Popart bezeichnet. Burgy arbeitet seine Werke, die meist aus Gruppen von gleich großen Kacheln bestehen, mit Bleistift aus. Die Flucht muss passen. Die Ausbreitung und Veränderung städtischer Lebensformen ist sein aktuelles Thema. In 2010 hat Burgy mit den Werken zu dem Motto "Better City, better Life" die zeitgenössische Kunst der Bundesrepublik im Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung Expo in Schanghai vertreten. Seine Better City ist zwar entstanden aus den Eindrücken in den Straßenschluchten, aber eben auch ein Stück Fiktion. "Ich gebe nie etwas wieder, wie ich es gesehen habe, sondern wie ich es sehen will", erklärt Romain Burgy.

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Die Handschrift des Meisters ist auch in den Arbeiten von Nabil Gharsallah zu erkennen. Der 20-Jährige ist in Frechen bei Köln geboten, hat ein Jahr lange im Atelier von Burgy gelernt, malt nun weiter und studiert gerade Schauspielerei. Manche seiner ähnlich wie die seines Meisters leuchtenden Bilder spiegeln jene Auseinandersetzung mit der Architektur wieder, die auch Burgy gerade zeigt. Ansonsten sind es mehr Figuren, die Gharsallah zeigt. Auch er beweist die Liebe zum Detail.

Info: Ausstellung "Urbane (T)Räume in Blau" von Romain Burgy & Nabil Gharsallah bis 25. Januar in der Galerie M. Dienstag bis Sonntag, 11-17 Uhr.

Autor: Michael Haberer