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19. Dezember 2016

Ein Punktverlust für die Zukunft

WKG Weitenau-Wieslet bleibt nach Remis in der Ringer-Regionalliga – und zu Hause ungeschlagen.

  1. Kein Entrinnen für Timo Moosmann (unten): Der Franzose Zorhab Ohanian (WKG) dominierte – und soll in Weitenau-Wieslet bleiben. Foto: Konzok

RINGEN Regionalliga: WKG Weitenau-Wieslet – KSV Tennenbronn 16:16 (zok). Marc Viardot pustete erst einmal durch. Beim Trainer der WKG Weitena-Wieslet machte sich Erleichterung breit, wie in der gesamten roten Ecke. Die Anspannung fiel von ihren Schultern. Nicht obwohl, sondern weil die Gäste aus Tennenbronn im letzten Kampf zum 16:16 ausgeglichen hatten. Ein Punktverlust, der für die WKG auch die letzte Gefahr beseitigte. Jene Gefahr, durch einen Sieg doch noch auf Platz zwei zu klettern und in Aufstiegspflicht zu geraten. Durch das Remis im letzten Saisonkampf feierte Weitenau-Wieslet den Klassenerhalt in der Regionalliga – als Tabellendritter.

Die Anspannung begleitete Viardot und seinen Trainerkollegen David Muller über den gesamten Abend. Immer wieder berieten sich die Taktikfüchse – und blickten nach Taisersdorf. Wie schlägt sich dort der Zweite VfL Neckargartach? Fügt sich der Kontrahent etwa in eine Niederlage, um dem Aufstieg zu entgehen? Es dauerte seine Zeit, bis endgültig klar war: Neckargartach ringt auf Sieg – und gewann am Ende mit 18:9.

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Eine erfolgreiche Saison mündete für die WKG somit nicht in einem fatalen Betriebsunfall, einem erzwungenen Aufstieg, der – das hatten die Verantwortlichen stets betont – das Konzept in Frage gestellt und den Club in ernsthafte Gefahr gebracht hätte. Vorbei die Ungewissheit, das Bangen um die Zukunft. Der verlorene Punkt war eine Investition in die Zukunft der WKG, bei der nach dem Kampf der Stolz wieder hervorkam. "Wir sind Dritter und zu Hause unbesiegt", sagte Viardot. Sicher: Die Weitenauer Handbremse war angezogen. "Wir haben aber zehn hochkarätige Kämpfe gesehen", betonte Viardot.

Einer davon: Zorhab Ohanian im Freistil-Leichtgewicht gegen Timo Moosmann. Im Vorjahr hatte der Franzose noch verloren, heuer aber dominierte er den KSV-Topringer. "Wie eine Katze", so Muller, agierte Ohanian. Wendig, reaktionsschnell und immer mit dem richtigen Gespür für die Situation. Immer wieder entzog sich Ohanian geschmeidig dem Zugriff seines Gegners, um selbst das Heft in die Hand zu nehmen. Der 10:3-Punktsieg wäre deutlicher ausgefallen, doch ließ sich Ohanian kurz vor dem Schlussgong von der Matte drängen – und holte nur zwei statt drei Zähler für die WKG. In der Endabrechnung hätte das den Sieg für Weitenau-Wieslet bedeutet. Gewiefte Taktiker eben.

Zugleich konnte der Franzose seine Qualitäten unter Beweis stellen. "Wir rechnen mit ihm für die neue Saison", sagte Viardot mit Blick auf eine der beiden Ausländerpositionen. So könnte es für einen der beiden Shindov-Zwillinge Radostin oder Svetlov eng werden. Doch auch die beiden Bulgaren würde die WKG gerne halten. Zumal ihnen dies jene Variabilität sichern würde, die Weitenau-Wieslet in den entscheidenden Kämpfen einen Vorteil verschafft hat. Das wichtigste aber blieb: Die WKG kann weiter für die Regionalliga planen.

Autor: zok