Die Neugestaltung beginnt

Adelbert Mutz

Von Adelbert Mutz

Do, 06. September 2018

Ringsheim

Spatenstich auf dem westlichen Teil des Ringsheimer Friedhofs.

RINGSHEIM (amu). Die Bauarbeiten zur Neugestaltung des westlichen Teils des Friedhofs haben am Montag begonnen. Bürgermeister Pascal Weber begrüßte neben den beteiligten Firmen den Gemeinderat, Bürger, Gemeindereferentin Antonia Hugenschmidt und Pastoralreferentin Jeremia Kraus von der Seelsorgeeinheit Rust.

Entstehen werden zeitgemäße Grabformen wie Rasengräber, Urnengarten, Urnenstelen, aber auch klassische Erd- und Urnengräber. Dadurch soll laut Weber den unterschiedlichen Bedürfnissen von Bestattungsformen Rechnung getragen werden. Die Umgestaltung, die bis zum 11. November abgeschlossen sein soll, wird die westliche Teilfläche auch optisch aufwerten. Unebenheiten und Senkungen sollen durch neue Wege barrierefrei gestaltet werden.

Im Anschluss an das bestehende Urnengrabfeld ist ein zweites mit 16 möglichen Urnengräbern vorgesehen. Direkt an der Westseite wird eine Wand mit Urnenstelen entstehen. Im Anschluss daran sind Urnengräber, Urnenrasengräber sowie ein Urnensammelgrab geplant.

Im letzten Teilstück wird ein Urnengarten mit Erweiterungsmöglichkeiten entstehen sowie eine Fläche, auf der die vorhandenen Grabplatten verstorbener Pfarrer eingelassen werden.

Entlang der westlichen Abgrenzung wird das ehemalige Kriegerdenkmal einen Platz finden. Im Zuge der Neugestaltung des Rathausplatzes musste dieses weichen. Nach intensiver Diskussion und einer Bürgerbeteiligung entschied sich der Gemeinderat für diesen Standort. Links und rechts daneben werden der Obelisk und das barocke Friedhofskreuz, auch Machleidsches Kreuz genannt, aufgebaut.

Der Obelisk ist zur Sanierung abgebaut, das Friedhofskreuz steht noch neben dem Hauptzugang zur Kirche. Mit einem Gedenkstein wird auch an den deportierten jüdischen Bürger Ludwig Heilbronn gedacht. Er wurde am 11. November 1938 inhaftiert und nach einer Odyssee durch vier Konzentrationslager am 5. Juli 1942 im KZ Sachsenhausen ermordet. Er hinterließ in Ringsheim seine Ehefrau und zwei Töchter. Eine Tochter lebt heute in Ettenheim.

Die Neugestaltung des Friedhofes ist Teil der Ortskerngestaltung und kostet rund 200 000 Euro. Die Planung erstellte Landschaftsarchitekt Mario Kappis aus Sulz, die Arbeiten werden von Hubert Kopf, Garten- und Landschaftsbau Lahr, ausgeführt. Mit der Gestaltung der Urnenwände und Stelen sowie der Versetzung der Denkmäler sind die Steinmetzbetriebe Nuvolin und Werner Göhrig (beide aus Lahr) beauftragt.

Am 11. November soll die feierlich Einweihung des unter Beteiligung der französischen Partnergemeinde Albigny-sur-Saône stattfinden. Vor 100 Jahren endete an diesem Tag der Erste Weltkrieg.