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03. Februar 2009

Vor 50 Jahren starb Buddy Holly

ANGERISSEN: Ein verehrtes Landei

"Buddy Holly hieß eigentlich Charles Hardin Holley und stammte aus Lubbock, Texas. Er hatte schlechte Zähne, trug eine Brille mit Drahtgestell, sein Mundgeruch war schlecht, und er besaß absolut alle Eigenschaften eines Mannes aus dem Country im Süden. Er war nicht gerade appetitlich, sondern eigentlich ein hoffnungsloser Fall".

Stopp. Man soll nicht schlecht über Tote reden, schon gar nicht an ihrem 50. Todestag. Tatsächlich ist dieses Zitat eine Art Verbeugung, denn sein Urheber Nik Cohn, Schriftsteller, Kritiker und britisches Lästermaul mochte das amerikanische Landei – zumindest das was aus ihm geworden war: " . . . Buddy Holly war der Schutzheilige all der tausend untalentierten Burschen, die eine Million Dollar zu machen versuchten. Er war der Begründer einer stattlichen Tradition."

Welch eine Ikone aus dem Rock-’n’-Roll-Sänger einmal werden würde, konnte Cohn damals, Ende der 60er, als er über Buddy Holly schrieb, nicht wissen. So richtig berühmt wurde der Slogan "The day the music died" erst 1972 durch den Songschreiber Don Mclean, der in seinem Megaseller "American Pie" ebenfalls die Musik sterben ließ – am 3. Februar 1959, als Buddy Holly vom Himmel fiel. Gerade mal 22.

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Freilich, die Musik ist in jenen Tagen nicht gestorben, vielmehr der amerikanische Traum vom Rock ’n’ Roll: Chuck Berry wanderte in den Knast, Little Richard lief zur Kirche über, Eddie Cochran legte kurze Zeit später sich und sein Auto zusammen, Elvis drehte Filme. Und mit Buddy Holly im Flugzeug saßen noch der Big Bopper, ein dicker Discjockey, der mit "Chantilly Lace" einen Riesenhit hatte, in dem er sich in einen langhalsigen Dummkopf verwandelte, und Richie Valens, ein hübscher 17-jähriger Mexican Boy, der erste Latino-Star des Rock ’n’ Roll: "Balalala bamba".

Der Mann mit Brille aber hatte nicht nicht nur seinen Traum verwirklicht, sich einmal im Fernsehen singen zu sehen, er hatte unbestritten Talent, jedenfalls mehr als seine Nachahmer. Und er hatte beim Absturz schöne Zähne, eine markante Brille und eine Wohnung in New York. Wer weiß, hätte Buddy Holly nicht so früh das Zeitliche gesegnet, Amerika wäre vielleicht ein paar Jahre später besser gewappnet gewesen gegen die britische Invasion. Gerade die Rolling Stones und die Beatles haben sehr sehr viel vom ehemaligen Landei gelernt.

Autor: Joachim Schneider